Auto fährt Frau in Dorsten über den Fuß - und der Fahrer? Der macht etwas Unglaubliches

dzFahrerflucht

Erneut ist eine Passantin in Dorsten buchstäblich unter die Räder gekommen: Ein Autofahrer fuhr ihr am Mittwoch mit dem Pkw über den Fuß. Was macht der Mann? Etwas Unglaubliches.

Dorsten

, 11.12.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mittwochmorgen, 8 Uhr, Julius-Ambrunn-Straße: Eine Frau (42) überquert den Fußgängerüberweg vor dem Jüdischen Museum. Dann ein plötzlicher Schmerz: Ein Auto fährt ihr über den Fuß. Was macht der Fahrer? Er bremst laut Auskunft der Polizei kurz ab, zuckt mit den Achseln und fährt weiter. Damit hat er Fahrerflucht begangen. Und sogar noch eine Körperverletzung. Nach dem Fahrer wird gefahndet.

Über diesen und einen weiteren Fluchtunfall am Montagmorgen am Vosskamp redet Dorsten. „Die Gesellschaft hat eine Gleichgültigkeit entwickelt, die erschreckend ist“, sagt ein Anrufer in der Redaktion. Die Rücksichtslosigkeit mache fassungslos, ist er sich mit anderen Dorstenern einig. Die kommentieren in den sozialen Medien die mangelnde Empathie und Verantwortungslosigkeit der Fahrer so: „Ich verstehe die Leute echt nicht mehr. Rücksichtlos hoch 10“, oder „Wie kann man da einfach weiterfahren in aller Seelenruhe?“

Fünf Menschen starben bei Fluchtunfällen

Ihr Mitgefühl gilt den Opfern. NRW-Innenminister Herbert Reul hat am Dienstag gesagt: „Unfallflucht entwickelt sich immer mehr zu einem schlimmen Volkssport“ und aktuelle Zahlen vorgelegt. Demnach sind im ersten Halbjahr dieses Jahres 69.895 Unfallfluchten begangen worden. Dabei erlitten 2666 Menschen Verletzungen. Fünf wurden getötet.

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Für das zweite Halbjahr rechnen die Experten mit noch höheren Zahlen. Denn: „In den Herbstmonaten Oktober, November, Dezember werden die meisten Unfallfluchten begangen.“ Im Morgendunkel oder am späten Nachmittag, wenn es ebenfalls schon dunkel wird, fallen Passanten unaufmerksamen Autofahrern besonders schnell zum Opfer. Die Zwölfjährige wurde am Montagnachmittag um 16.30 Uhr angefahren, die 42-Jährige am frühen Morgen.

Dringender Rat der Polizei: Anzeige erstatten!

Die Polizei rät den Opfern dringend dazu, Strafanzeige zu erstatten. Polizeisprecher Michael Franz: „Niemand möchte auf den Kosten eines Fluchtunfalls sitzenbleiben.“ In Regress kann man die Fahrer aber nur nehmen, wenn Anzeige erstattet worden ist und die Staatsanwaltschaft, vorausgesetzt, der Schuldige wird erwischt, ein Verfahren eröffnet.

Das sind die Strafen

Unfallflucht ist eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Zudem kann das Gericht dem Täter die Fahrerlaubnis entziehen und eine Sperre für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis verhängen. Dies ist im Allgemeinen der Fall, wenn bei dem Unfall ein Mensch zu Schaden gekommen ist und/oder ein Sachschaden von mindestens 1300 Euro entstanden ist.
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