Fahnder erwischen in Dorstener Nagelstudio zwei Schwarzarbeiter ohne Aufenthaltserlaubnis

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Die Zollfahndung hat in einem Dorstener Nagelstudio das illegale Treiben des Arbeitgebers beendet. Er ließ zwei Minderjährige ohne Aufenthaltstitel für sich arbeiten. Das hat ein Nachspiel.

Dorsten

, 07.04.2019 / Lesedauer: 3 min

In einem Dorstener Nagelstudio hat der Zoll den illegalen Aufenthalt und die illegale Beschäftigung zweier Minderjähriger beendet. Wie erst jetzt bekannt wurde, waren die Fahnder Ende 2018 bei einer Überprüfung durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamtes Dortmund auf die beiden Minderjährigen gestoßen. In welchem Nagelstudio der Einsatz stattgefunden hat, das sagt der Zoll aus Gründen des Datenschutzes nicht.

Der Arbeitgeber beschäftigte unter anderem zwei minderjährige Jungen aus Vietnam, die laut Auskunft von Madelaine Becker, Sprecherin des Hauptzollamtes Dortmund, „mit Maniküretätigkeiten beschäftigt waren“. Die beiden Schwarzarbeiter hatten keinen Aufenthaltstitel. Gegen sie wurden Strafverfahren wegen des Verdachts, sich illegal in Deutschland aufzuhalten, eingeleitet. „Die Jugendlichen wurden vernommen“, teilte Becker mit.

An Ausländerbehörde und Jugendamt übergeben

Im Anschluss an ihre Vernehmung seien Ausländerbehörde und Jugendamt der Stadt Dorsten informiert worden. Die Stadt bestätigt das auf unsere Anfrage. Stadtsprecher Ludger Böhne: „Die Jugendlichen wurden zunächst der Ausländerbehörde übergeben. Die eine Person war bereits im Ausländerzentralregister erfasst, die andere noch nicht. Dies geschah in Dorsten.“ Danach seien die Jugendlichen dem Jugendamt Dorsten übergeben worden. „Sie wurden in einer Wohngruppe untergebracht“, sagt Böhne.

Jugendliche machten sich aus dem Staub

In der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember, kurz nach ihre Unterbringung in der Wohngruppe, gingen die Jungen stiften. Polizeisprecherin Ramona Hörst erklärt, das Jugendamt habe die beiden Jugendlichen bei der Polizei vermisst gemeldet. Ihr Aufenthaltsort war längere Zeit nicht bekannt.

„Im Januar wurden die Jungen in Mettmann aufgegriffen“, so Ramona Hörst. Dort verliert sich aber die Spur der Vietnamesen. Auf Anfrage bei der Polizei in Mettmann hieß es, die beiden Jungen seien nach Dorsten zurückgebracht worden. Die Stadt sagt aber, die Jugendlichen seien nicht mehr aufgetaucht.

Obwohl die beiden Jungen verschwunden sind, muss sich der Arbeitgeber wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz und Schwarzarbeit verantworten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Zoll kennt kein Pardon mit illegaler Beschäftigung

Der Zoll kennt bei Schwarzarbeit kein Pardon. In einer Pressemitteilung heißt es dazu: „Kein Unternehmen, das seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ordnungsgemäß beschäftigt, kann mit Schwarzarbeitern konkurrieren. Mit seinem Einsatz gegen die Schwarzarbeit trägt der Zoll zur gerechten und korrekten Abführung der Abgaben, wie zum Beispiel den Sozialversicherungsbeiträgen, bei. Schwarzarbeiter und ihre Auftraggeber schädigen alle: Sie betrügen die Sozialversicherung, hinterziehen Steuern und gefährden Arbeitsplätze.“

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