Ex-Freundin noch immer am Boden zerstört „Es war einfach schrecklich“

Gerichtsreporter
Das Landgericht Essen
Das Landgericht Essen: Hier musste sich der Dorstener ein zweites Mal vor Gericht verantworten. © Jörn Hartwich
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Wenn es stimmen sollte, was eine Frau am Donnerstag (16.3.) vor Gericht erzählt hat, dann müsste sich ihr Ex-Freund aus Dorsten eigentlich vor Scham verkriechen. Die Rede war von unfassbaren Szenen im Schlafzimmer. Zu einer Verurteilung wegen sexueller Nötigung hat es aber auch im Berufungsprozess am Essener Landgericht nicht gereicht.

Das Paar war von einer Party nach Hause gekommen und hatte sich schlafen gelegt. „Plötzlich bin ich vor Schmerzen wachgeworden“, sagte die Ex-Freundin des Angeklagten den Richtern. Ihr Freund habe auf ihren Armen gekniet und sie zu sexuellen Handlungen gezwungen. „Es war einfach nur schrecklich.“

Keine Erinnerung

Eine zeitliche Einordnung war der 37-Jährigen allerdings nicht möglich. Auch was vorher und nachher passiert ist, konnte sie den Richtern nicht sagen: „Ich habe alles verdrängt.“ Der Angeklagte selbst hatte die Tat bestritten, beziehungsweise sich auf Erinnerungslücken berufen.

Die Berufungsrichter sahen sich am Ende außerstande, zweifelsfrei festzustellen, was passiert ist. Damit blieb es bei dem Urteil, das schon das Amtsgericht in Dorsten in erster Instanz gesprochen hat: Freispruch in Sachen sexueller Nötigung. Weil der 37-Jährige seine Ex-Freundin bei anderer Gelegenheit jedoch geschlagen und im Internet betrogen hat, muss er 4.400 Euro Geldstrafe zahlen (110 Tagessätze).

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