Bestreitet und schweigt weiter: der angeklagte Ex-Boxer aus Dorsten im Essener Landgericht. © Jörn Hartwich
Landgericht Essen

Ex-Boxer „schlägt“ zurück: Ehemalige Freundin angezeigt

Ein früherer Box-Weltmeister aus Dorsten will sich vor Gericht nicht kampflos ergeben. Jetzt hat er sogar selbst eine ehemalige Freundin angezeigt.

Im Gewalt-Prozess gegen einen Ex-Boxer aus Dorsten sind am Mittwoch weitere Details bekannt geworden. „Kampflos“ will sich der 29-Jährige jedoch nicht ergeben. Eine seiner Ex-Freundinnen hat er sogar angezeigt – wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung.

Der Ex-Profisportler hatte sich im vergangenen Sommer aus der Haft heraus an die Polizei gewandt. Mit seiner Anzeige wehrt er sich gegen den Vorwurf, eine seiner Ex-Freundinnen im August 2018 mit der Faust geschlagen und gewürgt zu haben. Nach seiner Schilderung habe sich die heute 28-Jährige die später von einem Arzt attestierten Verletzungen selbst zugefügt.

Heulend aus der Wohnung gerannt

Sie sei ausgerastet und habe ihren Kopf vor die Wand geschlagen, als sie das Foto einer anderen Frau gesehen habe, so seine damalige Schilderung. Was seine Ex-Freundin jedoch vehement bestritten hat. „Das ist komplett gelogen“, sagte sie den Richtern am Essener Landgericht.

Sie war damals heulend aus der Dorstener Wohnung des Angeklagten gerannt und hatte sofort die Polizei angerufen. Vorausgegangen war offenbar tatsächlich eine Eifersuchtsszene.

Der Ex-Boxer aus Dorsten sitzt zurzeit eine knapp fünfjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung ab. Im aktuellen Prozess geht es um neue Vorwürfe, die im Rahmen des ersten Verfahrens bekannt geworden sind.

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