Evangelische Kirche muss beliebte Kleiderkammer schließen

dzCorona ist nicht schuld

Die Kleiderkammer an der Martin-Luther-Kirche hat geschlossen. Die Corona-Bestimmungen sind nicht das größte Problem der 50 Jahre alten Einrichtung in Holsterhausen.

Holsterhausen

, 13.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon vor Corona zeichnete sich ab, dass die Kleiderkammer an der Martin-Luther-Kirche keine Zukunft hat. Sie wird nach der Coronakrise nicht mehr öffnen, und das hat gar nichts mit dem Virus zu tun.

Wie Pfarrer Matthias Overrath jetzt mitteilte, habe es schon vor einiger Zeit den Hinweis gegeben, dass die sehr gut besuchte Kleiderkammer der Kirchengemeinde im Keller des Pfarrhauses an der Martin-Luther-Straße 48 schon jetzt nicht mehr den Brandschutzvorschriften entspricht. Overath: „Nun stehen weitere Vorschriften an und wir sind nicht mehr in der Lage, mit den beengten Räumlichkeiten den neuesten Sicherheitsvorschriften zu entsprechen. Und wir wollen ja auch kein Risiko eingehen.“

Niedrige Kellerräume entsprechen nicht dem Brandschutz

Die Kellerräume in dem 100 Jahre alten Gebäude seien niedrig und verwinkelt.

Für das achtköpfige Team von Ehrenamtlichen und die treuen Kunden der Kleiderkammer habe die Gemeinde nach einer Alternative gesucht. Overath: „So waren wir in den vergangenen Wochen unterwegs, um nach anderen Räumlichkeiten Ausschau zu halten. Bisher ohne Erfolg. Die Hoffnung haben wir noch nicht ganz aufgegeben.“

Die Katholische Kirche habe mitgesucht und Räume im Turm von St. Antonius angeboten. Aber die seien nicht zuletzt werden der Treppe nicht geeignet gewesen. „Die Miete für ein Ladenlokal mitsamt Nebenkosten könnten wir nicht stemmen“, bedauert der Pfarrer. Deshalb müsse die Kleiderkammer dauerhaft geschlossen bleiben. Es können keine Kleider mehr geholt werden, und es wird keine Kleidung mehr angenommen.

Für Besucher und Ehrenamtliche bricht eine Kontaktstelle weg

Dadurch breche leider auch eine beliebte Kontaktstelle in Holsterhausen weg, denn die Kleiderkammer sei ein wichtiger Treffpunkt gewesen. Vielen Menschen in Not habe dort in ungezählten Arbeitsstunden geholfen werden können, schreibt Matthias Overath voller Wehmut.

Ein Teil des Bestandes an gebrauchter Kleidung ist inzwischen an Bedürftige verschenkt worden, der Rest geht demnächst nach Bethel. Spendern aus Holsterhausen empfiehlt Overath die Kleiderkammer des Sozialdienstes katholischer Frauen an der Crawleystraße 9, Tel. (02362) 7059948.

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Die hat nach der Corona-Zwangspause wieder geöffnet, und zwar donnerstags von 9 bis 11.30 Uhr (nur Annahme von Kleidung/kein Verkauf) und samstags von 10 bis 12 Uhr (nur Verkauf von Kleidung/keine Annahme).

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