Essen auf Rädern ist in Zeiten von Corona gefragter denn je

dzCaritasverband

Die Großküche der Dorstener Caritas hat wochenlang kaum für Schulen und Kitas kochen müssen. Aber ihr Essen auf Rädern aus der St.-Anna-Küche war gefragter denn je.

Dorsten

, 24.05.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kitas und Schulen haben plötzlich kein Essen mehr gebraucht, als Corona ins Alltagsleben eingriff. Auch die Cafeterien in Pflegeheimen mussten schließen. Trotzdem hat sich die Großküche der Dorstener Caritas ohne Kurzarbeit oder gar Entlassungen über die Zeit gerettet. Größtmögliche Flexibilität der Führungskräfte und Mitarbeiter hat‘s möglich gemacht.

Caritas-Geschäftsführer Klaus Schrudde ist stolz auf seine Mitarbeiter: „Die Mitarbeiter aus der Küche haben sich schnell bereit erklärt, anderswo den Personalbedarf zu decken. Weil ja überall Mitarbeiter aufgrund ihres höheren Gesundheitsrisikos ausfallen, konnten wir unser Küchenpersonal zum Beispiel in hauswirtschaftlichen Bereichen einsetzen.“

Essen auf Rädern wird kontaktlos übergeben

Außerdem ging die Versorgung der Seniorenheime St. Anna und St. Laurentius natürlich weiter. Beim Essen auf Rädern verzeichnete die Caritas sogar ein Umsatzplus. „Für viele Menschen fielen ja aufgrund des Lockdowns gewohnte Speisenangebote außer Haus weg, oder sie wollten nicht mehr raus zum Einkaufen. Da war unsere tägliche Mahlzeiten-Lieferung eine gute Alternative.“

Wo die älteren Fahrer nicht mehr zur Verfügung standen, sprangen andere ein.

Allerdings wurde das Essen nicht mehr in die Wohnung gebracht. An die kontaktlose Übergabe mussten sich auch die gewöhnen, die sonst schon mal gern mit ihrem Fahrer ein Pläuschchen gehalten haben oder denen der Lieferdienst beim Tischdecken geholfen hat.

Klaus Schrudde und sein Küchenteam hoffen natürlich, dass sie ihre Neukunden so von den Caritas-Kochkkünsten überzeugen konnten, dass sie auch nach Corona im Kundenkreis bleiben.

An Schulen und Kitas wurden auch Kleinstmengen geliefert

Seit der Öffnung der Schulen laufe auch die Bestellung von Schulessen wieder an, sagt Klaus Schrudde. In die 50 Kindertagesstätten und Schulen, die die Großküche bekocht, wurden seit März nur wenige Essen geliefert. „Wenn die OGS oder die Kita nur eine Handvoll Kinder in der Notbetreuung hatten, sind wir auch für kleine Mengen gekommen.“

Für Kitas und Schulen musste in der Caritas-Großküche kaum gekocht werden. (Symbolbild)

Für Kitas und Schulen musste in der Caritas-Großküche kaum gekocht werden. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Die drogenabhängigen Besucher des Café Kick wurden von der Young Caritas mit Lebensmittelpaketen statt gemeinsamen Mahlzeiten versorgt, und auch für die Kleinstgruppen in der Tagesstätte für psychisch Kranke konnte gesorgt werden.

Sorgen um die beliebten Seniorenreisen

Die Versorgung mit Essen steht, aber um Urlaubsfreuden für Senioren ist es schlecht bestellt. Schrudde: „Vermutlich müssen alle Seniorenreisen bis zum Jahresende abgesagt werden.“ Derzeit denken die Organisatoren darüber nach, das Angebot „Urlaub aus dem Koffer“ deutlich auszuweiten und den Senioren mit Tagesausflügen ein wenig Kurzweil und Ablenkung zu verschaffen.

Lesen Sie jetzt