Der Wuchs am Hammbach in Holsterhausen muss laut Lippeverband jährlich zurückgeschnitten werden, damit das Wasser ablaufen kann. Einem Leser gehen die Mäharbeiten zu weit. © Privat
Wasserverband

„Es wird alles niedergemetzelt“ – Dorstener sorgt sich um Hammbach

Ein Leser der Dorstener Zeitung wendete sich an unsere Redaktion, weil er sich um die Tier- und Pflanzenwelt am Hammbach sorgt. Stadt und Lippeverband nehmen zu den Vorwürfen Stellung.

Vor knapp 30 Jahren hat Klaus Steinhagen noch den Eisvogel am kleinen Bachlauf in Holsterhausen beobachten können, das sei längst vorbei.

„Es ist wie jedes Jahr, es wird alles niedergemetzelt“, schreibt er an die Redaktion.„So haben wir dann statt ein sich einpendelndes Ökosystem Brennnesselstreifen und wenig Blüten.“

Wer ist für die Arbeiten verantwortlich?

Um seine Sorge zu veranschaulichen, schickt er Fotos mit, die den kleinen Bauchlauf vor und nach den Arbeiten der Landschaftspfleger auf Höhe der Baldurstraße und der Pliesterbecker Straße zeigen. Und in der Tat: Was vorher üppig bewachsen wirkte, ist nach getaner Arbeit kurzgeschnitten.

Eine Nachfrage bei der Stadt ergab, dass das Grünflächenamt nicht für die Arbeiten zuständig sei. Nur der Bereich am Wegesrand liege in Verantwortung der Stadt. Die Mäharbeiten am Ufer selbst organisieren Emschergenossenschaft und Lippeverband.

Auf Anfrage der Dorstener Zeitung erklärt der Leiter der Stabsstelle Kommunikation, Ilias Abawi, dass die Schilfbestände an dieser Stelle einmal im Jahr zurückgeschnitten werden. Diese Maßnahmen seien aufgrund des sehr schwachen Gefälles nötig, da der Wasserwirtschaftsverband sicherstellen müsse, dass das Wasser abfließen kann. Bewusst habe man sich für Oktober bzw. November entschieden, um die Arbeiten „außerhalb von Brut- und Setzzeiten“ durchführen zu können.

Im Sommer würden „nach Abschluss des vegetativen Wachstums“ die Hecken zum Nachbargrundstück zurückgeschnitten.

„Ich möchte letztlich noch einmal betonen, dass uns als Lippeverband sowohl die Ökologie als auch die Biodiversität enorm wichtig sind“, erklärt Ilias Abawi. „Alle Maßnahmen werden äußerst umweltschonend durchgeführt. Von ‚Niedermetzeln’ kann dabei wahrlich nicht die Rede sein.“

„Es sieht alles so trostlos aus“, findet Klaus Steinhagen. Er will genau im Auge behalten, wann im kommenden Jahr wieder mit der Landschaftspflege begonnen wird. Denn er erinnert sich, dass zur Blütezeit ebenfalls gemäht wurde. „Die Entenfamilien hatten dann gar keinen Schutz mehr.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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