Erschütternde Szenen im Gericht - Dorstener Angeklagter rastet völlig aus

dzLandgericht Essen

Ein Angeklagter aus Dorsten rastete am Freitag trotz extremer Sicherheits-Vorkehrungen aus. Der Mann ist völlig unberechenbar und extrem gefährlich. Die Richter überdenken jetzt U-Haft.

Dorsten, Essen

, 14.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wachtmeister mit Vollvisierhelmen und Schutzanzügen, der Angeklagte an Händen und Füßen gefesselt: Mit erschütternden Szenen hat in Essen am Freitag der Prozess gegen einen völlig unberechenbaren Mann aus Dorsten begonnen. Dass die extremen Sicherheitsmaßnahmen erforderlich sind, wurde schon kurz nach Verhandlungsbeginn deutlich.

Ausraster aus dem Nichts

Der Ausraster kam aus dem Nichts. Der 30-Jährige sprang plötzlich ohne Anlass auf, schrie herum, riss an den Handschellen, die zur Sicherheit noch an einem Bauchgurt befestigt waren. Zwei Wachtmeister mussten alle Kraft aufwenden, um den Dorstener festzuhalten und wieder auf den Stuhl zu drücken, der aus Hygienegründen wieder komplett mit blauen Müllsäcken überzogen war.

Der Kopf des 30-Jährigen ging ruckhaft hin und her, der Blick war beängstigend. Dann folgten gebrabbelte Selbstgespräche, immer wieder unterbrochen durch laute Schmatz-Geräusche.

Mutter des Angeklagten in Tränen

Nur wenige Meter entfernt saß die Mutter des Angeklagten und weinte in einer Tour. „So schlimm war es mit ihm noch nie“, sagte sie den Richtern. „So habe ich ihn noch nie gesehen.“ Dass ihr Sohn krank ist, wisse sie natürlich. Er sei in den vergangenen Jahren schon mehrfach in der Psychiatrie gewesen. Von Schizophrenie sei dabei die Rede gewesen. Genaueres wisse sie aber nicht.

Laut Staatsanwaltschaft ist der 30-Jährige nicht nur völlig unberechenbar, sondern auch extrem gefährlich. Der Prozess vor dem Essener Landgericht wird unter anderem deshalb geführt, weil er einen Kaufland-Mitarbeiter in den Mercaden mit einem Messer angegriffen und verletzt haben soll.

30-Jähriger bestreitet die Vorwürfe

Davon will der Dorstener jedoch nichts wissen. Er bestreitet die Tat, obwohl sich Blut des Opfers auf seiner Kleidung befunden haben soll. Auch für zwei weitere Gewalt-Ausraster am Busbahnhof und an einer Bushaltestelle an der Borkener Straße will der 30-Jährige nicht verantwortlich sein.

Der Angeklagte befindet sich bereits seit Ende September als ganz normaler Untersuchungs-Häftling in Essener Gefängnis. Doch das soll sich jetzt schnell ändern. Die Richter haben am Freitag bereits angekündigt, dass er aufgrund seiner offensichtlichen Erkrankung in eine geschlossene Psychiatrie für Straftäter verlegt werden soll. Zentrale Frage bleibt damit auch die Schuldfähigkeit des Dorsteners.

Der Prozess hatte eigentlich schon am Donnerstag beginnen sollen, war aufgrund eines Bombenalarms im Essener Landgericht jedoch auf Freitag verlegt worden. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung.

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