Mitarbeiter einer von der Stadt Dorsten beauftragen Firma bei der Arbeit, um Eichen fachgerecht von den Eichen-Prozessionsspinner zu befreien. © Guido Bludau (Archiv)
Eichenprozessionsspinner

EPS-Plage: Stadt Dorsten wird auf Nistkästen und Fallen verzichten

Bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sollen in Dorsten vor allem die Kinder geschützt werden. Die Stadt verzichtet in ihrer EPS-Strategie auf alternative Methoden.

Obwohl diese Plagegeister genauso stark wie im Jahr zuvor die Bäume in Dorsten befielen, waren die Eichenprozessionsspinnerraupen in 2020 kein so großes öffentliches Thema. Was natürlich vor allem daran lag, dass das Coronavirus die Menschen mehr bewegte. Aber wohl auch daran, dass die damals von der Politik beschlossene Dorstener Strategie zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners „erfolgreich umgesetzt werden konnte und positive Ergebnisse erzielte“.

Dieses Fazit zog die Stadt jedenfalls in der vergangenen Woche gegenüber den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses. Die Politiker beschlossen, dass die Maßnahmen auch in diesem Jahr wie gehabt weitergeführt werden sollen – allerdings mit einigen Änderungen.

„Raupenmelder im Einsatz“

Wichtiges Instrument bleibt der „Raupenmelder“. Diese Software ermöglich es den Bürgern und städtischen Mitarbeitern, per Computer, Smartphone oder Tablet einen Befall in einer Online-Karte einzutragen. So hatte die Behörde eine bessere Übersicht, konnte die Meldungen schneller an die zur Absaugung der Nester beauftragten Fachfirmen weitergeben.

Die Stadt setzt neben der Öffentlichkeitsarbeit auch in diesem Jahr auf Prioritäten bei der Bekämpfung. Kinder sollen besonders geschützt werden. Auf Rang 1 der obersten Prioritätenliste stehen demnach die Schulen, dann folgen die Kindergärten. Betroffene Bäume werden dort durch Stadtmitarbeiter präventiv mit dem Mittel Foray ES besprüht. Setzen sich dennoch Nester fest, werden sie zuvörderst abgesaugt.

Die Stadt setzt dafür zwei eigene Trupps mit je zwei Mitarbeitern ein. Die notwendigen Hubsteiger werden gemietet. Die übrige Ausstattung (Arbeitsschutzmittel, Sprühgeräte) wurde bereits im Vorjahr angeschafft.

Spielplätze vor Friedhöfen

Auf erste Anregung von Mauritz Hegemann (Grüne) beschlossen die Ausschuss-Mitglieder auf der Prioritätenliste 1 einen „Tausch“ bei den Orten, die nicht vorab besprüht, sondern im Fall der Fälle durch externe Firmen abgesaugt werden: Als Nächstes sollen nämlich die Kinderspielplätze folgen. Die Verwaltung hatte die Friedhöfe vorgeschlagen.

Auch die städtischen Grünflächen im Umfeld von Seniorenheimen befinden sich noch in der ersten Priorität.

Mitglieder des Hegerings haben im Vorjahr im Barloer Busch EPS-Fallen an den Bäumen angebracht - das hat laut Stadt aber nicht viel gebracht.
Mitglieder des Hegerings haben im Vorjahr im Barloer Busch EPS-Fallen an den Bäumen angebracht – das hat laut Stadt aber nicht viel gebracht. © Hegering © Hegering

Dann kommen Straßen, Fuß- und Radwege innerhalb geschlossener Wohnbebauung sowie Sportanlagen – jeweils zunächst die, wo viele Menschen unterwegs sind, dann die, die weniger frequentiert sind. Bäume im Außenbereich werden auch diesmal nicht behandelt. Bei Bedarf werden aber Hinweisschilder aufgestellt, die auf den EPS-Befall hinwiesen.

Biologisches Mittel

Das biologische Mittel Tp-Nema, im Vorjahr noch zu Testzwecken auf Friedhöfen eingesetzt, soll in diesem Jahr nicht zum Zuge kommen. Laut Stadt sei es zwar wirksam gewesen, im Folgejahr sei aber laut Fachliteratur an den Einsatzorten mit keinem Befall zu rechnen. Man wolle die Entwicklung beobachten.

Allerdings soll bei der Zusammenarbeit mit Privateigentümern die EPS-Prävention an Stadtbäumen auf Tp-Nema begrenzt sein.

Auf den Einsatz alternativer Bekämpfungsmethoden, deren Wirksamkeit nicht wissenschaftlich belegt sei, will die Stadt verzichten. Neben Meisenkästen zählen dazu auch die EPS-Fallen. Ein Testprojekt mit dem Hegering im Barloer Busch sei negativ ausgefallen.

Privateigentümer dürfen weiterhin Nistkästen in städtischen Bäumen aufhängen. Und auch Nester aus städtischen Bäumen durch Fachfirmen entfernen lassen. Da die EPS-Raupen benachbarte Bäume unabhängig davon befällt, wem sie gehören, will die Stadt die Zusammenarbeit mit Privatleuten sowie Behörden wie dem Kreis oder dem RVR ausweiten.

155.000 Euro vorgesehen

Für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sieht die Stadt in diesem Jahr 155.000 Euro vor. Falls nötig, werden die Ausgaben erhöht. Im Vorjahr schlug die EPS-Plage mit gut 168.000 zu Buche.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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