Mitarbeiter des „Dorsten-Treffs" säuberten am Freitagvormittag die Respekt-Plakatwand an der Händelstraße von den Hakenkreuz-Schmierereien. © Michael Klein
Kriminalität

Entsetzen in Dorsten: „Respekt-Wand“ mit großem Hakenkreuz beschmiert

Opfer von Schmier-Attacken wird in Dorsten immer wieder eine Plakatwand, die für Kunst zum Thema „Respekt“ aufgestellt worden ist. Jetzt haben die Anschläge eine neue Dimension erreicht.

Entsetzen und Betroffenheit nicht nur bei den Bewohnern des Wohngebiets Stadtsfeld in Dorsten: Wiederum hat es eine Farb-Attacke auf das dortige Respekt-Kunstwerk an der Händelstraße gegeben.

In der Nacht zum Freitag (24. September) haben ein oder mehrere unbekannte Täter ein großes neon-pink-farbenes Hakenkreuz auf die Plakatwand gesprüht, an der die Künstlerin Brigitte Stüwe im Frühsommer eine Fadenkunst-Installation angebracht hatte. Mitarbeiter der „Dorstener Arbeit“ entfernten noch am Vormittag das verfassungsfeindliche Nazi-Symbol, das die Täter ausgerechnet zum Eröffnungstag der Dorstener „Woche des Grundgesetzes“ aufgebracht hatten.

„Mit der Hakenkreuz-Schmiererei erreichen die wiederkehrenden Anschläge auf das Respekt-Kunstwerk eine neue Dimension“, so Bürgermeister Tobias Stockhoff zu dem Vorfall. Bereits mehrfach war die Plakatwand Ziel von derartigen Übergriffen. Erstmalig Anfang Juli, als das Faden-Kunstwerk mit schwarzer Farbe besprüht und dabei so zerstört wurde, dass es von der Künstlerin abgebaut werden musste.

Plakat abgerissen

Kinder des benachbarten Kindergartens „Arche“ gestalteten mit den Erzieherinnen daraufhin die Wand und die Wiese davor mit eigenen „Respekt-Schildchen“, auch diese Aktion wurde Ziel von Vandalen. Weitere Vorfälle folgten. So wurde vor zwei Wochen ein großes Plakat mit einem Foto des Stüwe-Kunstwerks abgerissen. Seitdem war die Wand leer geblieben.

Auch der bunte Steinkreis, den die Kinder der Kita Arche zum Thema Respekt gestaltet hatten, war zwischenzeitlich zerstört worden.
Auch der bunte Steinkreis, den die Kinder der Kita Arche zum Thema Respekt gestaltet hatten, war zwischenzeitlich zerstört worden. © Michael Klein © Michael Klein

Das Dorstener Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ hatte Ende Juli mit der Ideenschmiede Stadtsfeld (Initiator der Kunstaktion), der Bürgerrunde Feldmark und Parteienvertretern dort eine Mahnwache abgehalten. Die Gruppe ist mit dabei, wenn am Samstag (25. September) gemeinsam an der Respekt-Wand mit Bürgermeister Stockhoff acht Fahnen von unterschiedlichen Vereinen und ein Groß-Plakat zum Thema aufgestellt und aufgehängt werden.

Diese Aktion sei zur Dorstener Woche des Grundgesetzes, also unabhängig von der neuerlichen Attacke, geplant gewesen, so Gerhard Jendrzey (Ideenfabrik Stadtsfeld). Nun hat sie erschreckende Aktualität gewonnen. Er erklärte, dass am Samstag überlegt werden soll, wie es mit dem Respekt-Kunstwerk weitergeht. Klar sei bei aller aktuellen Hilflosigkeit: „Wir wollen auf keinen Fall weichen.“

Auch Bürgermeister Stockhoff betont: „Auch wenn die Taten unerträglich sind, werden wir das aushalten.“ Er freut sich, dass das Kunstwerk am Samstag „wieder mit einer guten Botschaft versehen wird“.

Staatsschutz ermittelt

Die Stadt hat Strafanzeige gestellt, die Abteilung „Staatsschutz“ der Kreispolizei Recklinghausen ermittelt. Auch der bunte „Respekt“-Steinkreis der Kita Arche wurde unterdessen zerstört. Die von Unbekannten zerschlagenen Findlinge sind von Künstlerin Ulla Kipp aber zu einem neuen Mosaik zusammengesetzt worden.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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