Englische Telefonzelle wird abgebaut

Standort in der Innenstadt

Sie war einst ein Geschenk der Partnerstadt Crawley. Jetzt sind die Tage der englischen Telefonzelle an der Recklinghäuser Straße in der Innenstadt gezählt. "Wir werden sie demnächst abbauen lassen", erklärte Stadt-Pressesprecherin Lisa Bauckhorn.

Dorsten

, 28.01.2016, 14:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Englische Telefonzelle wird abgebaut

Die englische Telefonzelle in der Innenstadt ist schon lange nicht mehr in Funktion - darin zu telefonieren, ist lediglich mithilfe eines Handys möglich.

Grund: "Sie wird immer wieder beschädigt. Wir können nicht jedes Jahr Tausende Euro an Restaurierungskosten ausgeben, und dann wird sie wieder zerstört."

Technik seit Langem ausgebaut

In Funktion ist die Telefonzelle seit Langem nicht mehr, die Technik ist ausgebaut. Nun soll nach Angaben der Stadt überlegt werden, wo sie künftig einen sinnvollen neuen Standort bekommt und wie sie dann genutzt wird - vielleicht sogar drinnen, vielleicht als Deko-Objekt. "Zunächst soll sie wieder vernünftig aufgearbeitet werden, womöglich mit Unterstützung einer Qualifizierungsmaßnahme des zweiten Arbeitsmarkts."

Ob dann auch die zweite ehemalige britische Telefonzelle in das Konzept eingebunden wird, vermag die Stadt derzeit nicht zu sagen. Diese war in Altwulfen (Hervester Straße/Potmere) in Betrieb. Als schließlich der Zahn der Zeit zu heftig an ihr genagt hatte, wurde sie abmontiert und ist seit Jahren auf dem Gelände des städtischen Bauhofs gelagert. Wo sie immer noch einer Grundrenovierung harrt.

Beide Telefonzellen sind Geschenke gewesen: Die englische Partnerstadt Crawley übergab die Innenstadt-Ausgabe damals stellvertretend an den Freundeskreis Crawley. Das Wulfener Telefonhäuschen hatte die britische Armee dem Stadtteil als eine Art "Goodbye"-Präsent überlassen, als sie vor mehr als 15 Jahren das Militär-Areal der Bundeswehr überließ.

Nicht als Bücherschrank

"Gerade weil sie Präsente waren, müssen sie einem geeigneten Zweck zugeführt werden", so Lisa Bauckhorn. Übrigens: In vielen Städten dienen ausrangierte Telefonzellen als öffentliche Bücherschränke, aus denen man sich Lektüre ausleihen kann - also solch eine Einrichtung, wie es jetzt das Atlantis für die Nutzer des Dorstener Wohnmobilstellplatzes plant (wir berichteten). Lisa Bauckhorn erklärte auf Anfrage, dass sie sich persönlich mit einer solchen Nutzung nicht anfreunden könnte. "Dort wäre eine restaurierte Telefonzelle auch nicht vor Vandalismusschäden geschützt", sagte sie. "Und weil ein solches Häuschen nicht ganz abgedichtet ist, könnten die Bücher schnell feucht werden."

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