Eltern müssen die Digitalisierung an den Schulen in Dorsten mitbezahlen

dzDigitalisierung an Schulen

Der digitale Unterricht an den Schulen in Dorsten wird in den nächsten Jahren ausgebaut. Dafür gibt es Fördergelder, aber auch die Eltern von Schulkindern werden zur Kasse gebeten.

Dorsten

, 20.12.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Schulunterricht in Dorsten wird digital. Alle städtischen Schulen bekommen in den nächsten Jahren WLAN und sogenannte Whiteboards und Nahdistanz-Beamer. Doch es gibt Empörung, weil auch die Eltern den „Digitalpakt“ mitbezahlen müssen.

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Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Stadtrat am Mittwoch das „Konzept zur Implementierung einer digitalen Infrastruktur und informationstechnischen Ausstattung“ verabschiedet. Vorausgegangen war eine hitzige Debatte vor allem im Schulausschuss.

Vier Jahre acht Euro pro Monat

Von „Zumutung“ war dort, aber auch im Rat die Rede, weil mittelfristig jeder Schüler ein eigenes iPad bekommen soll, die Eltern dafür aber einen Leasingvertrag mit Apple abschließen müssen. Etwa 400 Euro kosten die hochwertigen Tablets, 8 Euro müssen Eltern dann wohl monatlich bezahlen - vier Jahre lang. Die Erste Beigeordnete Nina Laubenthal bestätigte: „Die Stadt Dorsten ist an dem Vertragsverhältnis nicht beteiligt.“

Für SPD, Grüne und Linke ist das ein Unding. Bürgermeister Tobias Stockhoff hielt am Mittwoch dagegen: „Auch Grafik-Taschenrechner, die in der Oberstufe benötigt werden, müssen privat gekauft werden.“ Hefte, Schulbücher und andere Unterrichtsmaterialien erwähnte er nicht. Für die iPads allerdings schließen die Familien einen privatrechtlichen Vertrag mit Apple ab, Garantie, Haftung und Versicherung inklusive.

Ratsmehrheit wollte keinen Aufschub

Apple gilt als hochwertiger Hersteller, die finanziellen Konditionen für eine Vielzahl von Endgeräten sind jedoch nach Ansicht von Nina Laubenthal im Vergleich zu Microsoft „attraktiv“. Auch Datenschutz und Datensicherheit einzelner Geräte seien besser gewährleistet. „Um dem Anspruch einer digitalen Lernkultur gerecht zu werden, müssen iPad-Klassen eingeführt werden“, sagt sie. Zunächst ein bis zwei pro Schule, später flächendeckend.

Für wirtschaftlich schlechter gestellte Familien gibt es Förderprogramme. Die gemeinnützige Organisation Mobiles Lernen gGmbH übernimmt in Ausnahmefällen bis zu 50 Prozent der Leasingrate. Die Opposition im Stadtrat bat dennoch um einen kleinen zeitlichen Aufschub bis zur entscheidenden Abstimmung, um noch einige Dinge zu klären. Doch darauf ließen sich CDU und FDP nicht ein.

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