Die Wulfenerin Sabine Bornemann hat ihren ersten Roman geschrieben. Es geht um eine ungewöhnliche Freundschaft und würdiges Altern. © privat
Neuer Roman

„Elsas Ausbruch“ – ein Plädoyer für würdiges Altern aus Wulfen

Im ersten Corona-Lockdown im Sommer hatte Sabine Bornemann viel Zeit. Da hat sie ein Buch geschrieben. Ihr erstes. Über ein Thema, das sie schon länger beschäftigt. Es geht ums Altern.

Elsa Schmudde ist 82 Jahre alt. Durch die Intrige ihrer Tochter gerät sie in eine schier ausweglose Situation. Doch in vielen kleinen Schritten gelingt es ihr schließlich, sich mithilfe ihrer Nachbarn daraus zu befreien

In „Elsas Ausbruch“, ihrem ersten Roman, steht eine ungewöhnliche Freundschaft im Zentrum, „die unter normalen Umständen nie zustande gekommen wäre“, sagt Sabine Bornemann. Ursprünglich wollte sie für das Literaturcafé im Garten hinter der Wulfener Gnadenkirche einen kleinen Beitrag schreiben zum Thema „Freundschaft“, aber „ganz schnell wurde es etwas Größeres“.

Persönliche Erlebnisse verarbeitet

Keine Schulprojekte, keine Chorproben, keine Jobs bei der Dorstener Zeitung, keine Veranstaltungen – die 61-Jährige hatte im Sommer Zeit und Muße, die ersten Ideen im Laufe eines Monats immer weiter auszugestalten. „Die Ausgangssituation ist zwar fiktiv, verarbeitet aber auch persönliche Erlebnisse während meines Sozialen Jahres nach dem Abitur“, berichtet sie. „Als der Anfang einmal gemacht war, floss mir die Handlung einfach aus der Feder.“

Es geht insbesondere um die Frage, wie „würdiges Altern“ aussehen kann. Eine Frage, die Sabine Bornemann schon länger beschäftigt. „Ich meine nicht die Runzeln im Gesicht, sondern ein selbst bestimmtes Leben, auch wenn man Hilfen braucht.“

„Wer weiß, was noch kommt?“

Ihre Mutter hat das letzte Halbjahr ihres Lebens bei ihr gewohnt, und Sabine Bornemann hat sie wie selbstverständlich versorgt. „Früher war sie eine richtige Chefin – jetzt war sie hilfsbedürftig. Aber sie hatte immer noch ihren eigenen Kopf“, erinnert sie sich.

Wie ihre Mutter ist auch Sabine Bornemann Rheumatikerin. Viele Bewegungen sind eingeschränkt. „Ich lebe damit schon 35 Jahre und komme gut klar – aber der Prozess schreitet fort. Wer weiß, was noch kommt?“

Für die Wulfenerin ist klar: Wenn sie selbst in einer solchen Situation landen würde, wie ihre Romanfigur Elsa Schmudde, dann würde sie alles versuchen, um da weg zu kommen. „Natürlich ist diese Geschichte zugespitzt, aber ich denke schon, dass es nicht wenige alte Leute gibt, die in ihren letzten Monaten und Jahren unter vergleichbaren Rahmenbedingungen vor sich hindämmern müssen.“

„Das ist ein tolles Gefühl“

Drei „Vorableser“ haben den Text eingehend studiert und der Autorin manch wertvollen Tipp gegeben. „Kleinigkeiten habe ich noch mal überarbeitet, bin aber meinen Figuren treu geblieben“ Geschrieben hat sie schon immer, aber noch nie einen Roman. „Das gedruckte Buch dann in der Hand zu halten, war schon ein tolles Gefühl.“

Und dieses Gefühl möchte sie noch einmal erleben. „Es gibt auch schon ein neues Thema“, verrät sie ganz vorsichtig.

„Elsas Ausbruch“ ist im HW-Verlag erschienen (ISBN-13 978-3-932801-75-4) und kostet 12,80 Euro. In Dorsten ist es erhältlich in der Buchhandlung König (Lippestraße) und in der Stadtinfo (Recklinghäuser Straße), außerdem im Online-Shop der Vereinten Volksbank (www.vb-shop-de), in der Volksbank-Filiale in Alt-Wulfen sowie unter Tel. (0176) 735 66 425.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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