Ein Corona-Schnelltest zeigt das Testergebnis "negativ" (ein Balken) an. © dpa
Meinung

Ein kostenloser Schnelltest pro Woche ist viel zu wenig

Bei den kostenlosen Schnelltests wird am falschen Ende gespart. Und Bürokratie verhindert mal wieder pragmatische Lösungen.

Kommende Woche soll es also richtig losgehen mit den kostenlosen Schnelltests. Diese Schnelltests sind eine gute Sache. Bislang deutet alles darauf hin, dass sie hochinfektiöse Personen ziemlich zuverlässig erkennen. Gerade die symptomlosen, aber dennoch ansteckenden Infizierten könnten so gut herausgefischt werden.

Viel zu testen wäre also das Gebot der Stunde. Ein kostenloser Schnelltest pro Woche und Kopf ist da aber viel zu wenig. So ein Schnelltest gibt eine gewisse Sicherheit für den Moment, vielleicht für ein paar Stunden. Das reicht für den Besuch im Kosmetikstudio oder bei der Oma. Am Tag darauf besitzt so ein Test keine Aussagekraft mehr.

Bürokratie behindert pragmatische Lösungen

Leider wird hier am falschen Ende gespart. Und mal wieder verhindert Bürokratie pragmatische Lösungen. Beispiel Apotheke: Klar können die Schnelltests nicht bei laufendem Betrieb auf einem Stuhl direkt neben dem Schalter gemacht werden. Viele, vor allem kleinere Apotheken, haben aber gar nicht die geforderten Räumlichkeiten, um kostenlose Schnelltests durchführen zu können.

Es gibt relativ unkomplizierte Zelt-Lösungen. Die kleinen Zelte lassen sich morgens vor der Apotheke aufstellen und abends wieder zügig einklappen. Aber dafür braucht man hierzulande erst wieder eine Genehmigung und muss einen Nachweis erbringen, dass es sich um apothekeneigene Betriebsräume handelt.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik
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