Stefan Diebäcker kommentiert den Überfall auf Thomas Püttmann und die Schlussfolgerungen. © Foto: Guido Bludau/Montage: Martin Klose
Meinung

Ein brutaler Überfall, aber trotzdem wird es nicht „immer schlimmer“

Der Überfall auf Thomas Püttmann hat viele Menschen in Dorsten bewegt. Das hat auch mit seinem Bekanntheitsgrad zu tun. Aber ist Dorsten deshalb automatisch eine gefährliche Stadt?

Thomas Püttmann ist Opfer eines brutalen Angriffs geworden. Viele Menschen in Dorsten nehmen Anteil, schickten über die sozialen Medien Genesungswünsche oder meldeten sich persönlich. „Das Telefon stand am Sonntag nicht still“, sagte der verletzte Gastronom.

Viele Dorstener kennen Thomas Püttmann als Restaurant-Besitzer und exzellenten Koch. Diese „Prominenz“ erklärt das große Interesse an dem Überfall, dem auch eine Redaktion bei ihrer Recherche Rechnung tragen muss. Umso wichtiger ist es, diese Tat einzuordnen.

Es wird nicht alles immer schlimmer

Denn es ist mitnichten so, dass es in Dorsten „immer schlimmer“ wird, wie manche Zeitgenossen mal wieder glauben machen wollen. Es stimmt nicht, dass man sich nachts nicht mehr vor die Tür trauen kann. Dass man an jeder Ecke Angst haben muss, überfallen, ausgeraubt oder zusammengeschlagen zu werden. Angriffe wie der auf Thomas Püttmann, so schlimm er auch war, sind die Ausnahme.

Da hilft im Zweifelsfall ein Blick in die Kriminalitätsstatistik. Das Zahlenwerk ist sicherlich aussagekräftiger als Panikmache oder Bauchgefühl. Wer trotzdem meint, es wird „immer schlimmer“, muss es belegen können. Oder das machen, was nie falsch ist: dem Opfer eine baldige Genesung wünschen und die Polizei ihre Arbeit machen lassen.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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