"Ein bisschen verrückt"

Grafenwald "Man muss als Maler ein bisschen verrückt sein." Das ist die Überzeugung von Willi Schmeink, der 29 seiner Bilder seit Dienstagabend in den Büro- und Ausstellungsräumen der Firma Innenausbau Binder in Grafenwald zeigt.

02.11.2006, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Damenschuh im Trio mit Äpfel und Birnen, direkt daneben Impressionen eines Porsche-Sportwagens, Landschaftsbilder und abstrakte Farbverläufe? Eine klare Linie hier herauszulesen, dürfte schwierig werden, ist aber aus der offenen und lernenden Haltung Schmeinks zu begründen, der sich in unterschiedlichen Kunstkursen sein Handwerk in möglichst vielfältiger Weise beibrachte.

"Gas geben"

Sein derzeitiger Material-Liebling ist Acryl: "Da kann man beim Malen richtig Gas geben." Beim Malen von Aquarellen müsse man dagegen das fertige Bild bereits vorher im Kopf haben und grundsätzlich von hell nach dunkel malen. Doch nicht nur die Schnelligkeit des Acryls durch kurze Trocknungszeiten hat es ihm angetan sondern auch die Farbintensität.

Seit 1991 malt Schmeink und ist seit vielen Jahren im Bottroper Künstlerbund "Die Zehn" aktiv, doch die Ausstellung in Grafenwald ist für ihn doch etwas Besonderes: Ist es doch seine erste Einzelausstellung. Beim befreundeten Paar Helmut und Elisabeth Binder hatte er vor einiger Zeit schon einmal um Ausstellungsräume angefragt. "Dann war erst mal Ruhe in der Sache, bis ich ihn fragte: Willi, wat is' mit den Bildern?", so Elisabeth Binder schmunzelnd bei der Eröffnung, zu der mehr als drei Dutzend Besucher erschienen waren.

Die Ausstellungsräume erwiesen sich für Schmeink als ideal: "Die Bilder sehen hier so aus, als hätten sie schon immer hier gehangen", zeigt er sich stolz über die gelungene Integration. Die von Hausherr und Hausherrin aber auch gezielt unterstützt wurde durch geschicktes Kombinieren von Gemaltem und Dekorativem.

Vor einem Bild, das einen spielerisch gemalten Doppeldecker zeigt, hängt ein Doppeldecker-Modell; das Bild "Feuer und Flamme" kombiniert gut mit der davor stehenden Kerze. Und auf die "Musterwand", an der verschiedene Holz-Furniere und Bilder hängen ist Schmeink besonders stolz: "Da fragt man sich bei einigen wirklich: Was ist Muster, was ist Bild?"

Dass Kunst auch viel mit Wohnlichkeit zu tun hat, steht für Schmeink außer Frage: "Bilder unterstreichen und verstärken den persönlichen Geschmack." ber

Die Ausstellung ist an der Mercatorstraße 7 noch bis zum 30. November zu sehen.

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