Eifersuchtsdrama endet mit schmerzhaftem „Showdown“ an einer Eisenbahnbrücke

dzGerichtsprozess

Er soll seiner Frau nachgestellt und Tabletten an Kinder verteilt haben - deshalb stellte ein Mann aus Dorsten seinen Nebenbuhler an einer Bahnbrücke zur Rede. Ein „Showdown“ mit Folgen.

Dorsten

, 08.02.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Angeklagte hatte einen großen Brass auf sein späteres Opfer: Er war eifersüchtig auf ihn, weil er mutmaßte, der Nebenbuhler hätte ein Verhältnis mit seiner Frau. „Außerdem hatte ich von anderen gehört, dass er Tabletten an Kinder verteilen würde“, erklärte der 37-Jährige vor dem Dorstener Schöffengericht.

Und so kam es zwischen den beiden Kontrahenten im März des vergangenen Jahres zum „Showdown“ - mitten auf dem Gehweg zu den Bahnbrücken über Lippe und Kanal in Dorsten.

Mit Kopfverletzung zum Arzt

Der Geschädigte, ein 31-jähriger Hervester, wurde anschließend wegen seiner Kopfverletzungen in der Praxis seines Hausarztes in der Dorstener Innenstadt behandelt. „Außerdem wurden mir mein Smartphone, 50 Euro an Bargeld und drei Päckchen gestohlen“, erzählte das Opfer der Polizei.

Der Angeklagte erzählte im Gerichtssaal, er habe vor dem Vorfall zunächst „mit einigen Kumpels auf dem Platz vor Toom“ gezecht. Dort bekam er einen Anruf mit der Nachricht, dass sich der 31-Jährige „mal wieder vor der Wohnung meiner Frau herumtreiben würde“.

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Mit zwei Freunden sei er dann nach Hervest gelaufen, wo sie im kleinen Park an der Ecke Halterner Straße/Glück-Auf-Straße auf den Rivalen stießen.

Lautstarkes Scharmützel

Bereits dort kam es zu einem derart lautstarken Scharmützel, dass Nachbarn die Polizei riefen - die Beamten konnten zunächst die Gemüter erfolgreich beruhigen. Denn anschließend machte sich das Trio zunächst einträchtig mit dem 31-Jährigen - der nach eigenen Angaben schwer tablettenabhängig ist und am Tag des Geschehens „total benebelt war“ - wieder auf in Richtung Stadt.

Nach einiger Zeit kam es aber erneut zum Streit. Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, den 31-Jährigen geschlagen zu haben. „Aber nicht so schlimm, dass ich ihn schwer verletzt habe.“

„Auf den Bart gelegt“

Das Opfer sagte aus, es hätte sich vorher „unterwegs auf den Bart gelegt“. Schöffengericht und Staatsanwältin konnten dem Angeklagten deshalb nicht nachweisen, dass die blutige Wunde durch seinen Schlag hevorgerufen worden ist.

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Außerdem gab ein Zeuge zu Protokoll, der 31-Jährige habe ihm erzählt, dass er sich die ganze Räubergeschichte nur ausgedacht hätte, „um den anderen so richtig eins auszuwischen“.

Glimpflich davongekommen

So kam der Angeklagte vor Gericht glimpflich davon: Das Verfahren wird eingestellt, sobald er 60 Stunden gemeinnützige Arbeit abgeleistet hat.

Ein Justizwachtmeister sorgte nach dem Richterspruch dafür, dass der 37-Jährige wohlbehalten das Gerichtsgebäude verlassen konnte. Der Geschädigte, der während der Verhandlung augenscheinlich unter Medikamenteneinfluss stand, hatte seinem Widersacher auf dem Gerichtsflur nämlich Schläge angedroht.

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