Franz-Josef und Luzia Micheel feiern am 11. September ihre Eiserne Hochzeit. © Guido Bludau
Eiserne Hochzeit

Ehepaar hat in 65 Jahren vieles gemeinsam überstanden – auch das Coronavirus

In 65 Ehejahren haben Franz-Josef und Luzia Micheel viel erlebt. Im vergangenen Jahr haben sie sogar eine Corona-Infektion gemeinsam überstanden, sodass an diesem Wochenende gefeiert werden kann.

Die kleine Holzbank vor der Haustür ist der Lieblingsplatz von Franz-Josef und Luzia Micheel. Regelmäßig genießt das Ehepaar dort die Sonne und die Stille am Ortsrand von Lembeck. Im vergangenen Jahr ging das mehrere Wochen nicht. „Wir waren zu schwach“, sagt Franz-Josef Micheel.

Der inzwischen 94-Jährige Lembecker und seine vier Jahre jüngere Frau hatten sich mit dem Coronavirus infiziert. Ein befreundetes Ehepaar hatte es bei einem Besuch, als das verschärfte Kontaktverbot noch nicht galt, übertragen. „„Wir hatten kein Fieber und keine Atemnot“, sagte Franz-Josef Micheel damals, „aber aufgrund unseres Alters haben wir uns natürlich Gedanken gemacht. Und manchmal haben wir auch gedacht: Wir schaffen es nicht.“

Doch sie haben es geschafft – auch mit Hilfe der Kinder, Enkel und Urenkel. Und so wird das Ehepaar an diesem Samstag (11. September) Eiserne Hochzeit feiern können. Ein seltenes Ehe-Jubiläum, das mit einem Zufall beim Erntedankfest 1954 seinen Anfang nahm.

Beim Erntedankfest über den Weg gelaufen

Luzia Micheel arbeitete damals in einem Erler Gasthof und hatte nur jeden dritten Sonntag frei. Franz-Josef war am Bahnhof Emden angestellt und hatte ebenfalls jeden dritten Sonntag frei. Aber 1954 führten ihre Wege beim Erntedankfest in Lembeck zusammen und sie verliebten sich sofort. Ein Jahr später heirateten sie standesamtlich, die kirchliche Trauung in der St. Laurentiuskirche erfolgte am 11. September 1956.

Franz-Josef Micheel war 72 Jahre Mitglied im Gemischten Chor Lembeck. Seine Frau bekleidete verschiedene Ämter in der Frauengemeinschaft – unter anderem arbeitete sie 50 Jahre als Bezirksfrau. Gefeiert wird mit vier Kindern, sechs Enkelkindern, neun Ur-Enkelkindern und weiteren Gästen im Haus Nordendorf.

Bernhard Wolthaus sitzt wieder an der Orgel

Nicht nur bei dem Dankgottesdienst anlässlich der eisernen Hochzeit des Jubelpaares am heutigen Samstag wird der 90-jährige Bernhard Wolthaus die Orgel spielen. Das tat er auch schon bei der Grünen Hochzeit, bei der Silberhochzeit, der Rubinhochzeit, der Goldhochzeit und bei der Diamanthochzeit vor fünf Jahren.

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