Duthene, Doyten und Deuten heißen die Deutener Jungstörche

Beringung

Die drei Jungstörche in Deuten sind putzmunter. Kurz vor dem Beringungstermin konnte man beobachten, wie sie emsig ihr Federkleid reinigten, als wollten sie sich auf den Besuch vorbereiten.

Deuten

von Anne Heßbrügge

, 05.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Michael Jöbgens bedeckte er die Köpfe der Jungstörche, um ihnen den größten Stress zu nehmen.

Michael Jöbgens bedeckte er die Köpfe der Jungstörche, um ihnen den größten Stress zu nehmen. © Anne Heßbrügge

Viele Besucher gab es am Mitwochabend allerdings nicht. Corona-bedingt wurde der Beringungstermin vorher nicht bekannt gegeben, um die Zahl der Zuschauer klein zu halten.

Niels Ribbrock, Stellvertretender Geschäftsführer der Biologischen Station im Kreis Recklinghausen, hatte den Termin vorbereitet und alles gut organisiert. Pünktlich traf der Lkw mit dem Hubsteiger der Firma Baumdienst Enbergs aus Kirchhellen ein. Die Firma stellte den Hubsteiger kostenlos zur Verfügung.

Mit dem Hubsteiger der Firma Enbergs ging es hoch hinaus

Mit dem Hubsteiger der Firma Enbergs ging es hoch hinaus © Anne Heßbrügge

Fahrer Albin Walbrodt manövrierte ihn in bewährter Weise zum Storchennest. Michael Jöbges, Leiter der AG Weißstorch in der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO), war an Ort und Stelle, um die Störche zu beringen.

Vom Heimatverein Deuten war Anne Heßbrügge vertreten und hat die Aktion fotografisch festgehalten. Außerdem hatten drei Kinder (Inga und Tessa Ribbrock und Lotte Kuehn) die tolle Gelegenheit, ganz vorsichtig einen Blick ins Storchennest zu werfen. Nach Abschluss der Beringung ging es für sie, mit Mund- und Nase-Schutz bedeckt, im Korb des Hubsteigers eigens noch einmal hinauf ans Nest.

Jungstörche duckten sich flach und bewegungslos ins Nest

Als der Korb des Hubsteigers zur Beringung am Nest ankam, duckten sich die Jungstörche flach und bewegungslos ins Nest. Diesen natürlichen Totstell-Reflex, den die Jungstörche in den ersten vier bis sechs Wochen bei „Gefahr“ aufweisen, konnte Michael Jöbges auch hier nutzen, um die Jungstörche problemlos zu beringen. Zusätzlich bedeckte er die Köpfe der Jungstörche, um ihnen den größten Stress zu nehmen.

Die drei Kinder Inga und Tessa Ribbrock und Lotte Kuehn hatten die tolle Gelegenheit, ganz vorsichtig einen Blick ins Storchennest zu werfen.

Die drei Kinder Inga und Tessa Ribbrock und Lotte Kuehn hatten die tolle Gelegenheit, ganz vorsichtig einen Blick ins Storchennest zu werfen. © Anne Heßbrügge

Michael Jöbges ist Profi. Er habe, wie er erzählt, in NRW schon an die 2500 Störche beringt. Durch die Beringung wird jeder Jungstorch mit einer unverwechselbaren Nummer erfasst und sein weiterer Lebensweg wissenschaftlich nachvollziehbar. So erforscht die AG Weißstorch des NWO den Storchenbestand in NRW nach Standorten, Brutzeiten, Altersstruktur usw. Zurzeit gäbe es etwa 400 Storchen-Paare in NRW und 800 Jungstörche, sagt Michael Jöbges.

Michael Jöbges beringte die drei Jungstörche.

Michael Jöbges beringte die drei Jungstörche. © Anne HEßbrügge

Nun sind also auch die diesjährigen Deutener Jungstörche beringt und getauft. Getauft auf Namen mit dem Anfangsbuchstaben „D“. Die drei Jungstörche von diesem Jahr heißen „Duthene, Doyten und Deuten“. Duthene und Doyten sind Vorformen des heutigen Dorfnamens Deuten, also mit langer Historie und weit in die Vergangenheit reichend. Mit dieser Namensgebung verbindet sich die Hoffnung auf eine lange Tradition der Ansiedlung von Störchen in Deuten weit in die Zukunft reichend.

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