Duo überzeugt mit ganz eigener Bühnenstreitkultur im Gemeinschaftshaus

dzKabarett

Das Duo „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“ begeisterte am Freitagabend das Publikum im Gemeinschaftshaus Wulfen. Es wurde gestritten, gesungen und mit Worten jongliert.

Wulfen

, 20.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Heute wird es ein Abend voller Lieblingsnummern“, versprachen Wiebke Eymess und Friedolin Müller, besser bekannt als Comedy-Duo „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“. „Nummernschieben“ heißt das Best of, das die beiden Vieldiskutierer am Freitagabend (18. September) auf der Bühne des Gemeinschaftshauses präsentierten. „Wir kommen aus Hannover, der Hauptstadt des Humors. Hannover ist zwar nicht der Arsch der Welt, aber man kann ihn von dort aus schon sehr gut sehen.“

Markenzeichen der beiden Comedians ist eine große Affinität zur Sprache. Sie jonglieren mit Worten, wenn sie ihre gegensätzlichen Sichtweisen auf eine gleichermaßen sympathische wie bissige Weise präsentieren. Sie ziehen über sich her und sich gegenseitig auf. „Mich nervt, dass ich nie in Ruhe aufs Klo gehen kann“, sagt Friedolin. Wiebke entgegnet: „Spinnst Du? Wenn man bei Google ‘in Ruhe aufs Klo gehen‘ eingibt, erscheint ein Bild von Dir.“ Er hält dagegen: „Dafür gibst du zu viel Geld aus. Du bist so pleite, dass unser afrikanisches Waisenkind angeboten hat, dir Geld zu schicken.“

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Szenen einer Ehe. Die beiden waren sich nie einig. Im Publikum wird sich der eine oder andere wiedererkannt haben. Wiebke: „Sag mir welche Sache dich an mir nervt.“ Friedolin: „Da hab ich noch nie drüber nachgedacht.“ Sie: „Was? Du hast noch nie darüber nachgedacht, welche Sache dich an mir nervt?“ Er: „Doch schon, aber du sagst, ich darf mir nur eine aussuchen.“

Kürbis als Playmate des Monats

Wiebke Eymess und Friedolin Müller kommen bei den Themen von Höcksken auf Stöcksken. Es ging um psychisch kranke Hunde, Borderline Collies, oder um Porno-Hefte wie die Landlust, mit einem Kürbis als Playmate des Monats. „Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie“ beweisen, dass der Alltag voller irrwitziger und skurriler Momente steckt. Sie jonglieren mit Worten, singen, streiten. Das Publikum lachte herzhaft, als es den charmanten Streitgesprächen lauschte. Wiebke: „Weißt du überhaupt, wann ich das letzte mal wirklich Ruhe hatte und nichts getan habe?“ Er: „Als wir Sex hatten?“

Auch musikalisch wusste das Duo mit verstörend schönen und schön verstörenden Liedern zu gefallen. Liedzeilen regten zum Nachdenken an: „Ich habe eine leicht selbstzerstörerische Tendenz, ich bin ein Homosapiens.“ Eymess und Müller haben eine ganze eigene Bühnenstreitkultur entwickelt, fern ab vom Comedy-Mainstream: Mit intelligenten Dialogen und sprachjonglierenden Liedern ziehen sie ihr Publikum in den Bann und machen Lust am urkomischen Streit-Spiel. Sie: „Findest du mich langweilig?“ Er: „Ich finde dich anstrengend!“

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