Trauriger Rekord: Vier Drogensüchtige in Dorsten gestorben

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Vier Menschen in Dorsten sind in den letzten zwölf Monaten an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. „So viele hatten wir noch nie“, sagt Christiane Koning und lädt zum Gedenktag ein.

Dorsten

, 06.07.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christiane Koning ist Leiterin des Cafe Kick der Caritas am Westgraben. Weltweit wird am 21. Juli der Drogentoten gedacht. Das Cafe Kick und die Klienten und Angehörigen haben in diesem Jahr besonderen Grund zur Trauer: „Wir haben vier Menschen verloren, die aufgrund ihres langjährigen Drogenkonsums bzw. an Folgekrankheiten in den letzten zwölf Monaten verstorben sind. Das sind so viele wie noch nie zuvor“, sagt Christiane Koning.

Gedenktag wird auf besondere Weise begangen

Seit zirka neun Jahren begeht das Cafe Kick diesen Gedenktag auf besondere Weise: „Wir haben immer im Garten des Cafe Kick gegrillt und zusammengesetzt. Das kann in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aber so nicht stattfinden“, so Koning. Stattdessen hat sie zusammen mit den Klienten und dem Franziskanerkloster eine andere Wahl getroffen: „Am 21. Juli wird es um 11.30 Uhr einen Gedenkgottesdienst in der Klosterkirche der Franziskaner geben, zu dem wir zusammen mit Pater Heribert herzlich Angehörige und Klienten einladen.“ Im Gottesdienst sollen Steine mit den Namen der Verstorbenen um den Altar auf einem Tuch arrangiert werden. Der Pater wird für die Verstorbenen die Messe in dem ökumenischen Gottesdienst lesen.

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Sollten Angehörige oder Klienten bislang noch nicht telefonisch kontaktiert worden sein, können sie den öffentlichen Aufruf von Christiane Koning als Einladung betrachten. Schön wäre eine Rückmeldung, denn: „Mehr als 35 Personen dürfen an dem Gottesdienst wegen der Corona-Beschränkungen und des Abstandsgebotes nicht teilnehmen“, so Koning. Sie ist deshalb telefonisch für Interessenten zu erreichen: (02362) 918 714.

Seit März gehen die Uhren anders

Seit März gehen im Cafe Kick wegen Corona die Uhren anders. Der Betrieb habe sich noch immer nicht normalisiert. „Wir haben jetzt beim Kreisgesundheitsamt in Recklinghausen ein Hygienekonzept eingereicht. Sollte es genehmigt werden, starten wir demnächst wieder mit vier Besuchern, dann sechs.

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Nach wie vor halten auch viele Klienten Abstand. Sie meiden, auch aufgrund ihres angeschlagenen Gesundheitszustandes, Treffen mit anderen. „Sechs Klienten bekommen weiterhin das Essen vom Annastift nach Hause geliefert. Einige andere Klienten kommen zur wöchentlichen Essensausgabe am Kaffee Kick.“

Aufgrund einer großzügigen Spende kann das Cafe Kick seine Besucher mit Lebensmitteln versorgen. Nutznießer der Essensausgabe sind Drogenabhängige und Methadon-Substituierte zwischen 18 und 65 Jahren.

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