Mitleids-Masche: Dreister „Leerer-Tank-Trick“ breitet sich in Dorsten immer mehr aus

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Immer häufiger berichten Betroffene aus Dorsten in Internet-Foren von ihren Erfahrungen mit dem dreisten „Leeren-Tank-Trick“: Täter setzen dabei voll auf den Mitleids-Effekt.

Dorsten

, 29.01.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wollte die Wulfenerin nur einem jungen Mann helfen, der in einer Notlage zu sein schien. Doch später musste sie zu ihrem Ärger erkennen, dass sie einer dreisten Masche auf den Leim gegangen war. Da war ihr Geld aber schon weg. Aber nicht nur sie hat in Dorsten inzwischen Bekanntschaft mit dem „Leeren-Tank-Trick“ gemacht.

Zahlreiche Beiträge in lokalen Facebook-Gruppen im Internet schildern ähnliche Fälle. Auch die Wulfenerin hat ihre schlechten Erfahrungen vom Montag in eine öffentliche Facebook-Stadtteil-Gruppe gepostet.

„Kein Portemonnaie dabei“

Demnach war sie beim Spaziergang mit dem Hund von einem ungefähr 30-Jährigen angesprochen worden. Er sagte, sein Wagen hätte keinen Sprit mehr und er müsse nach Haltern. Sein Portemonnaie hätte er jedoch nicht dabei und keiner könne ihm Geld vorbeibringen.

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„Ich habe ihm dann Geld gegeben, damit er tanken kann“, so die gutgläubige Wulfenerin. Doch kaum sei sie zu Hause gewesen, habe ihr Nachbar erzählt, dass ihm das Gleiche Tage zuvor am „Markeneck“ auch passiert sei. Doch habe der junge Mann bei ihm „nach Kirchhellen“ gemusst.

Vor allem in Wulfen

Dieses Posting der Wulfenerin kommentierten 10 bis 15 weitere Dorstener, die ähnliche Erlebnisse hatten. Immer war es ein junger Mann, immer war es die gleiche Tour, immer war der Sprit alle, immer brauchte er Geld, um tanken zu können. Immer passierte dies an anderen Orten: Vor allem in Alt-Wulfen und in Barkenberg, aber auch in Holsterhausen oder in Lembeck.

Bereits im September 2019 hatten in Facebook-Gruppen Warnungen die Runde gemacht: Der (oder die) Täter waren da in Wulfen umtriebig gewesen. Einige Betroffene fielen nach eigenen Angaben auf den Trick herein, viele aber ließen sich nicht einwickeln.

„Unbezahlbarer Gesichtsausdruck“

Ein Facebook-Nutzer schrieb, er habe dem jungen Mann mitgeteilt, dass es zu Fuß nur zweieinhalb Stunden bis nach Haltern seien: „Unbezahlbar sein Gesichtsausdruck.“ Eine Kommentatorin hat indes die Befürchtung: „Wenn mal wirklich jemand in Not ist, wird ihm nicht geholfen, weil alle denken, das ist eh wieder Abzocke.“

Laut Kreispolizei seien bislang keine Anzeigen von Geschädigten erstattet worden. Sprecherin Ramona Hörst rät aber zur Vorsicht: Wer von verdächtigen Personen unter fadenscheinigen Gründen angesprochen werde, solle sich unter Notruf 110 melden, damit diese überprüft werden können.

Einzelfallentscheidung

Inwieweit anschließend der Verdacht des Betruges im Raum steht, hänge von der juristischen Bewertung der Staatssanwaltschaft ab. Davon also, inwieweit die Tatverdächtigen ihre Opfer bedrängt oder was genau sie ihnen gesagt und vorgetäuscht haben. „Das wäre dann im Einzelfall zu entscheiden.“

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