Dreiste Metalldiebe stehlen quer durch Dorsten reihenweise Gullydeckel

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Diebe haben mindestens 50 Gullydeckel in Dorsten entwendet und für zahlreiche Gefahrenstellen im Stadtgebiet gesorgt. Die Schadenssumme ist fünfstellig. Es gibt erste Zeugenhinweise.

Dorsten

, 27.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Auf gefährlicher Diebestour waren in der Nacht zum Mittwoch unbekannte Täter: An mehreren Stellen im Dorstener Stadtgebiet haben sie mehr als 50 Abdeckungen von Regeneinläufen („Gullydeckel“) und Schachtabdeckungen gestohlen. „Der Schaden liegt sicherlich im fünfstelligen Bereich“, erklärte Ludger Böhne, Pressesprecher der Stadt. Unfälle durch die ungewöhnliche Diebstahlserie hat es glücklicherweise bislang nicht gegeben.

In dem Ausmaß noch nicht gehabt

„So etwas haben wir in diesem Ausmaß noch nicht gehabt“, erklärte Ramona Hörst, Pressesprecherin der Kreispolizei in Recklinghausen. Nach ihren Angaben zogen die Täter quer durch Dorsten. „Sieben Gullydeckel sind an den Straßen Lünsingskuhle, Gottlieb-Daimler-Straße im Gewerbegebiet Ost und an der Buerer Straße entwendet worden“, sagt sie: „Das wurde gegen sieben Uhr morgens festgestellt.“ Inzwischen hat die Polizei erste Hinweis von Augenzeugen erhalten. „Kurz vor vier Uhr morgens haben Anwohner an der Buerer Straße Höhe Hotel Einhaus einen verdächtigen weißen Mercedes-Transporter gesehen, das Licht war eingeschaltet, der Motor lief, es war aber keine Person drin.“

Betroffen sind nach aktuellem Stand aber vor allem Straßen in Wulfen. Gegen 10 Uhr erhielt die Polizei Hinweise, dass im Ortsteil Barkenberg ebenfalls eine Vielzahl Gullydeckel gestohlen worden waren. Allein am Wittenberger Damm fehlt alle 20 Meter eine solche seitliche Abdeckung des Regeneinlaufs. Tatort war aber auch die Ecke Sandkuhle/Jägerstraße. „Darüber hat die Polizei unser Tiefbauamt am frühen Morgen informiert“, so Pressesprecher Ludger Böhne.

Offene Gully gesucht

Mitarbeiter des städtischen Tiefbau- und des Ordnungsamtes seien zurzeit dabei, noch weitere offene Gullys zu suchen und die Schächte zu sichern - entweder mit neuen Deckeln zu versehen oder mit Warnbaken zu sichern. „Da die Abdeckungen aus unterschiedlichen Zeiten stammen, kann wohl nicht an allen Standorten passender Ersatz beschafft werden, sodass auch die Einfassungen ausgetauscht werden müssen“, sagt Ludger Böhne. Laut Polizei ist es noch nicht klar, wie viele Deckel genau weg sind.

Ärgerlich ist nicht nur der Diebstahl an sich. Durch die fehlenden Abdeckungen ergeben sich auch Gefahren für Verkehrseilnehmer. Die Stadt Dorsten bittet daher um besondere Vorsicht und wird Anzeige erstatten. Auch die Polizei bittet mögliche Zeugen, Hinweise auf die Täter an die Polizei zu geben.

Gefahr für Kinder und Senioren

Sollten diese erwischt werden, droht ihnen nach Angaben der Kreispolizei ein Verfahren wegen Diebstahls und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Besonders gefährlich sind die geöffneten Gullys aber für Kinder und Senioren, die dort hineinstürzen können. Etwa ein Meter tief ist ein Auffangkorb für Laub angebracht, somit lande man bei einem Sturz zwar nicht unmittelbar im Kanal, Knochenbrüche und andere schwere Verletzungen könne es aber dennoch geben.

Angesichts der Tatsache, dass die Fälle in unterschiedlichen Stadtteilen geschehen sind, dürfte es sich um mehr als nur einen „Dumme-Jungen-Streich“ handeln. Polizisten haben außerdem im Umfeld geguckt, ob die Deckel womöglich nur ausgehoben und ins Gebüsch geworfen wurden. „Es wurde nichts gefunden, wir müssen wirklich davon ausgehen, dass hier Diebe am Werk waren“, so die Polizei. Ähnlich gelagerte Vorfälle gab es auch in anderen Städten. Im vergangenen Jahr sind in Oberhausen Diebe auf frischer Tat dabei erwischt worden, wie sie solche Gullydeckel abtransportierten.

Kripo ermittelt

Denn die rund 40 Kilogramm schweren Einlaufschächte bestehen aus Buntmetall und dieses lässt sich bei Schrotthändlern zu Geld machen. Die Kripo in Recklinghausen hat jedenfalls wegen der Dorstener Fälle die Ermittlungen aufgenommen.

  • Zeugen, die in diesem Zusammenhang verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich beim zuständigen Kriminalkommissariat unter Tel. (0800) 2 36 11 11 zu melden.
  • Bürgerinnen und Bürger, die fehlende Abdeckungen entdecken, werden um eine kurze Mitteilung gebeten per E-Mail.
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