Dorstenerin massiv bedrängt - Zeugen griffen nicht ein

Vorfall an der Gahlener Straße

Die "eiskalten Augen" kann Sandra Schmitz nicht vergessen. Die große Hand, die ihren Oberarm packte, spürt sie noch immer. Sie hat Angst vor diesem Mann, und doch geht die Dorstenerin jetzt an die Öffentlichkeit. "Es gab Zeugen, aber niemand hat geholfen."

Dorsten

, 31.03.2014, 07:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
An dieser Stelle auf der Gahlener Straße wurde Sandra Schmitz von einem aggressiven Mann bedrängt. Die Dorstenerin möchte aus Angst nicht erkannt werden.

An dieser Stelle auf der Gahlener Straße wurde Sandra Schmitz von einem aggressiven Mann bedrängt. Die Dorstenerin möchte aus Angst nicht erkannt werden.

Gut eine Woche ist inzwischen vergangen. Sandra Schmitz* (44) war am Samstag (22.3.) mit ihrer Tochter (17) im Rewe-Markt an der Gahlener Straße einkaufen. Sie setzte ihren Wagen rückwärts aus der Parkbucht, "und plötzlich stand da dieser VW-Multivan neben mir".

Angst um die Tochter Der Fahrer, ein großer kräftiger Mann, reißt wortlos ihre Tür auf und will Sandra Schmitz aus dem Wagen zerren. "Ich war angeschnallt, also hat er den Zündschlüssel gezogen und mich damit beworfen." Die Tochter (17) schreit den Unbekannten an. Sandra Schmitz schnallt sich ab, "weil ich Angst hatte, er würde auf mein Kind losgehen". Der Mann packt sie erneut, die Dorstenerin tritt zu. Schließlich lässt er von ihr ab, steigt in sein Auto und fährt davon. Sandra Schmitz fährt wie paralysiert nach Hause.

Schon auf dem Heimweg fragt sich sich: "Warum ist niemand eingeschritten?" Mehrere Passanten hatten die Szene ihren Angaben zufolge beobachtet. Ein Zeuge hat alles mit einem Handy gefilmt, wurde von dem Unbekannten sogar angesprochen ("Hast Du auch alles drauf?"), "aber niemand ist eingeschritten".Zufällig eine Zeugin getroffen

Das stimmt nicht ganz. Bei einem Ortstermin mit der Dorstener Zeitung einige Tage später kommt zufällig eine Zeugin vorbei. Sie hatte den Zwischenfall aus dem Auto beobachtet, sich das Kennzeichen des Täters notiert und die Polizei angerufen. "Ich wusste, dass etwas nicht stimmt." Doch als die Streifenwagenbesatzung an der Gahlener Straße ankommt, sind Täter und Opfer schon weg. Sandra Schmitz hatte nicht mitbekommen, dass zumindest eine Augenzeugin versucht hatte, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen. Sie hat nun Anzeige erstattet, der Mann ist ermittelt. Ihm droht ein Verfahren wegen Nötigung, leichter Körperletzung, versuchter schwerer Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Angst hat Sandra Schmitz immer noch - und ein mulmiges Gefühl: "Wenn diese eine Zeugin nicht reagiert hätte und wir uns nicht zufällig getroffen hätten, wäre alles im Sande verlaufen."

*Name geändert

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