Dorstener und Gelsenkirchener wollen Arbeit der Feuerwehr sicherer machen

dzJugend forscht

Denis Drosdzol und Marius Ernst gehen vom 1. bis zum 3. April beim Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ an den Start. Ihr Produkt wollen sie auf jeden Fall auf den Markt bringen.

Dorsten

, 28.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Sechs Monate Forschung haben der 16-jährige Denis Drosdzol aus Gelsenkirchen und der 18-jährige Marius Ernst aus Dorsten bereits hinter sich. Sie hatten Ideen, haben sie wieder verworfen, sind von vorne angefangen. Vom 1. bis 3. April präsentieren sie das Endprodukt ihrer Tüfteleien in der Kategorie „Arbeitswelt“ beim „Jugend forscht“-Landeswettbewerb in Leverkusen.

Beide gehen in die gleiche Klasse des Hans-Böckler-Berufskollegs in Marl. Als ihre Klassenlehrerin sie nach einer Infoveranstaltung zu „Jugend forscht“ fragte, ob sie nicht Lust hätten mitzumachen, waren beide sofort begeistert.

Am Anfang hatten die Forscher noch keine konkrete Idee

„Am Anfang wollten wir einfach nur mitmachen - eine Idee hatten wir noch nicht“, erzählt der Dorstener Marius Ernst. Sie machten es sich zwei Wochen lang zur Aufgabe, auf Probleme im Alltag zu achten, die sich durch Forschung beheben lassen könnten.

Fündig wurden sie schließlich bei der Gelsenkirchener Feuerwehr. Dort engagiert sich Denis Drosdzol in seiner Freizeit. Bei einem Dienstabend ging es um Verkehrsunfälle und darum, dass unbedingt zuerst das Fahrzeug von der Batterie abgeklemmt werden muss.

„Strom sieht und riecht man nicht. Strom ist eine unsichtbare Gefahr.“

„Aber was ist, wenn es mehrere Batterien gibt und man nicht alle findet? Strom sieht und riecht man nicht. Strom ist eine unsichtbare Gefahr“, fiel Denis auf und die Idee für das „Jugend forscht“-Projekt war geboren.

In vielen Stunden im Schullabor entwickelten die beiden ein System für Löschschläuche, das dank Biofilter und Salzmembran helfen kann, Brände zu löschen, wo Strom anliegt. Das Hauptaugenmerk der jungen Forscher liegt dabei auf Photovoltaikanlagen. „Wenn es dort einen Dachstuhlbrand gibt, kann keiner genau sagen, wie die Anlagen reagieren“, so Denis Drosdzol.

Erster Feldtest mit einem Baustromverteiler und 230 Volt funktionierte

In einem ersten Feldtest schafften sie es mit ihrem System, die Stromverbindung zwischen einem Baustromverteiler mit 230 Volt und normalem Wasser zu trennen. „Der nächste Test erfolgt mit 1000 Volt. Wenn das funktioniert, sind wir mit unserem System in der Lage, jede Photovoltaikanlage jeder Bauart zu löschen“, so die beiden Forscher. Das große Ziel sind die 450.000 Volt, doch bis dahin wird es wohl noch etwas dauern.

Unterstützt werden sie bei ihrem Projekt nicht nur von ihren Eltern, ihrer Klassenlehrerin und acht Sponsoren, sondern auch von der Gelsenkirchener Feuerwehr. In einer Testphase wird sie das entwickelte System der beiden Berufskolleg-Schüler mit zu kleinen Einsätzen nehmen und in ihren Schläuchen verwenden.

Brände schneller und mit weniger Löschwasser löschen

Insgesamt besteht das Projekt aus drei Teilen, die beliebig in die Löschschläuche eingebaut werden können. Sie sollen die Arbeit für die Feuerwehrleute nicht nur bei Bränden in Verbindung mit Strom sicherer machen, sondern sollen auch dafür sorgen, dass Brände schneller und mit weniger Löschwasser gelöscht werden können.

Beim Landeswettbewerb in der kommenden Woche haben der Dorstener und der Gelsenkirchener an ihrem Stand zehn Minuten Zeit, die Jury von ihrem Projekt zu überzeugen. Weitere zehn Minuten müssen sie für Fragen bereitstehen. „Das Verrückte ist, dass man überhaupt nicht einschätzen kann, ob das Projekt gut oder schlecht ist. Wir kennen ja auch die Projekte der Anderen nicht“, erzählt Drosdzol.

Entwickeltes Produkt soll auf jeden Fall auf den Markt kommen

Sollten sie die Jury überzeugen, geht es im Mai zum Bundeswettbewerb in Chemnitz. Doch auch, wenn sie es nicht so weit schaffen, wollen die beiden Forscher weiter machen. „Wir fertigen das auf jeden Fall bis zum Ende. Wir wollen die Feuerwehrleute ja schützen, daher soll unser Produkt auf jeden Fall auf den Markt kommen“, sagt Marius Ernst entschieden.

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