Die Lage im Dorstener St. Elisabeth-Krankenhaus hat sich deutlich entspannt. © Robert Wojtasik (A)
Coronavirus

Dorstener trauen sich wieder ins Krankenhaus

Aus Angst vor einer Ansteckung mit Corona scheuten viele Dorstener trotz Beschwerden den Gang ins Krankenhaus. Das hat sich inzwischen geändert und es gibt noch mehr gute Nachrichten.

Vor drei Monaten hat der KKRN-Klinikverbund noch eine Kampagne gestartet, um Menschen die Angst vor einem Gang zum Krankenhaus in Coronazeiten zu nehmen. Die Chefärzte stellten auch in Dorsten vermehrt schwere Krankheitsverläufe fest, da Patienten zu spät ärztliche Hilfe suchten. Das hat sich geändert.

„Wir stellen fest, dass sich die Bereitschaft, mit akuten Beschwerden wieder ins Krankenhaus zu kommen, positiv verändert hat. Viele Patienten räumen aber tatsächlich ein, in den vergangenen Monaten mit starken Beschwerden aus Angst vor einer Corona-Infektion nicht ins Krankenhaus gekommen zu sein“, sagt Guido Bunten, kaufmännischer Direktor am Dorstener St. Elisabeth-Krankenhaus.

Situation im Dorstener Krankenhaus hat sich entspannt

Das mag auch daran liegen, dass sich die Corona-Situation im Krankenhaus und auf der Intensivstation laut Bunten deutlich entspannt hat. Aktuell (Stand: 10. Juni) liegen nur noch zwei Patienten mit einer bestätigten Corona-Infektion in Dorsten – keiner davon auf der Intensivstation. Seit Dienstag (8. Juni) gelten auch gelockerte Regeln für Besucher.

Bunten bewertet auch die Situation in der Notaufnahme als relativ entspannt. „Vereinzelt kommen Patienten mit Impfnebenwirkungen ins Krankenhaus, die nach einer ambulanten Notfallbehandlung dann aber wieder nach Hause gehen konnten“, erzählt er.

Guido Bunten, kaufmännischer Direktor am Dorstener St. Elisabeth-Krankenhaus, freut sich darüber, dass Patienten mit gesundheitlichen Problemen sich mittlerweile wieder frühzeitiger in ärztliche Behandlung geben. © G. Schmidt © G. Schmidt

Gefährliche Impfnebenwirkungen hat das Ärzte- und Pflegeteam im Dorstener Krankenhaus weder bei den Mitarbeitern noch bei Patienten erlebt. „Außer den allgemein bekannten Fällen mit Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und so weiter sind uns keine Nebenwirkungen bekannt“, sagt der kaufmännische Direktor.

Ärzte haben Impfstatus der Patienten immer im Blick

Trotzdem erfrage man bei allen Patienten den Impfstatus und habe mögliche Nebenwirkungen im Blick. Schwerwiegende müssten per Standardformular gemeldet werden – „bisher war eine solche Meldung aber nicht notwendig.“

Auch bei den Mitarbeitern des Dorstener Krankenhauses hat sich einiges getan. „Wir haben mittlerweile rund 80 Prozent der Mitarbeiter geimpft. Zusätzlich haben wir einige Mitarbeiter, die sich im Impfzentrum oder beim Hausarzt haben impfen lassen“, so Guido Bunten.

Immer noch würden Mitarbeiter, die beispielsweise nach der Elternzeit in den Job zurückkehrten, um eine Impfung bitten. Diese liefen dann über den Betriebsarzt. Es gebe natürlich auch vereinzelt Mitarbeiter, die sich aufgrund der fehlenden Impfpflicht nicht hätten impfen lassen. Dabei handele es sich jedoch nur um eine sehr geringe Anzahl im Bereich der Ärzte und Pflegekräfte.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge
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