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Dorstener fühlen sich getäuscht und sind enttäuscht

Kommentar

Der Informationsabend zu Straßenbaubeiträgen verlief für viele Besucher anders als erwartet. Dazu ein Kommentar.

Dorsten

, 28.03.2019 / Lesedauer: 2 min

Verdutzt, überrumpelt, empört: Je nach Erwartung und Gemütsverfassung zeigte eine Vielzahl der Dorstener Besucher des Informationsabends am Mittwoch unverhohlen Emotionen, nachdem der Bürgermeister und sein Moderator die Versammlung vor vollendete Tatsachen gestellt hatten.

Bestenfalls darf man annehmen, dass die Verwaltung bei ihrer Einladung nicht mit so einer großen Publikumsresonanz gerechnet hatte und deshalb das „World-Café“ für das richtige Format hielt, um Inhalte und Hintergründe des Beitragsrechts in intimen Gesprächsrunden zu vermitteln.

Schlimmstenfalls wurden die Besucher aber gezielt von der Verwaltung hinters Licht geführt. Viele Menschen diskutieren die Höhe der Straßenbaubeiträge in Dorsten. Sie haben sich in Leserbriefen an unsere Zeitung dazu geäußert und auch bei Bürgermeister-vor-Ort-Terminen mit Tobias Stockhoff darüber gesprochen. Das hat er selbst gesagt. Dann darf man sich nicht wundern, wenn diese Menschen in einer großen Zahl die Einladung der Stadt annehmen, um ihre persönliche Meinung öffentlich zu äußern.

Dass es wegen dieser als ungerecht empfundenen Gebühr womöglich hoch hergehen würde an diesem Abend, kann der Stadtspitze nicht verborgen geblieben sein. Sie hatte augenscheinlich kein Interesse, in einem öffentlichen Forum einzelnen, bekanntermaßen kritischen Bürgern das Feld zu überlassen. Der Bürgermeister hat öffentlich gesagt, „die Presse“ habe die Einladung an die Bürger vielleicht nicht 1 zu 1 übermittelt. Das ist, zumindest was die Dorstener Zeitung betrifft, nicht richtig.

So wurde der Infoabend von der Verwaltung zu einem „World-Café“ mit Workshop-Charakter umdeklariert, um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das konnten die Besucher nicht ahnen, denn die Einladung der Verwaltung an die Bürger hatte einen anderen Tenor.

Mit diesem Informationsabend hat sich die Stadtverwaltung einen denkbar schlechten Dienst erwiesen. Ein Bürgermeister, der allerorten für Teilhabe, Respekt, Demokratie und Meinungsakzeptanz wirbt, hat nach Meinung vieler Bürger, die den Abend miterlebt haben, in einer Krisensituation nicht verstanden, wie mit der Meinungsvielfalt seiner Bürger umzugehen ist.

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