Nadja Pleßmann von der Buchhandlung König in der Innenstadt darf ab Montag unter Hygiene-Auflagen wieder öffnen. © Bastian Becker
Coronavirus

Dorstener Buchhandlungen vor Neustart erfreut und etwas skeptisch

Am Montag endet der Lockdown für die Buchhandlungen in Dorsten. Neben der Vorfreude, wieder einige Kunden begrüßen zu dürfen, empfinden diese aber auch eine gewisse Unsicherheit.

Am Montag dürfen Buchhandlungen in Deutschland wieder öffnen. Darauf haben sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel am Mittwoch verständigt.

Auch Nadja Pleßmann von der Buchhandlung König in der Dorstener Innenstadt freut sich auf den Neustart unter eingeschränkten Bedingungen. Elf Kunden dürfen wie vor dem zweiten Lockdown den Laden betreten. Noch dominiert die Ungewissheit. „Man weiß nicht, ob die Leute mit Maske Lust haben und wie viel Ware man kaufen muss. Wir freuen uns aber, dass es losgeht“, erklärt Nadja Pleßmann.

Ganz großer Ansturm wird nicht erwartet

Den ganz großen Ansturm erwartet sie zunächst nicht. „Wir mussten noch nie jemanden vor der Tür warten lassen“, geht sie auch jetzt nicht davon aus, dass Schlangen entstehen. Die Buchhandlung ist bereit für den Neustart und legt noch mal nach. „Wir haben alles, vor Ostern sind auch viele Geschenkartikel zu haben. Jetzt bestellen wir noch einen ganzen Schwung Bücher“, kündigt die Buchhändlerin an.

Zwiegespaltene Gefühle vor dem Neustart

„Die Dorstener Kunden sind wahnsinnig treu“, betont Nadja Pleßmann. Auch im Lockdown hätten viele ihr Buch bestellt und vor Ort abgeholt. Somit habe die Buchhandlung König zwar weniger Umsatz gemacht, aber sei im Vergleich noch ganz gut durchgekommen. Bei geringem Besucherandrang könnten die Öffnungszeiten noch eingeschränkt werden.

„Es wird den Leuten helfen, wenn sie lesen können“, glaubt sie. Allerdings weiß sie nicht genau, warum Buchhandlungen anders als andere Geschäfte jetzt wieder öffnen dürfen. „Mein erster Gedanke war, das ist unfair gegenüber anderen Einzelhändlern“, gibt Nadja Pleßmann zu.

Auch Marion Pabst von der Holsterhausener Buchhandlung „schwarz auf weiss“ war, als sie von der Entscheidung hörte, zunächst zwiegespalten. „Es ist schön, dass Buchhandlungen eine gute Lobby haben. Aber ich habe mich nicht wahnsinnig gefreut und weiß nicht, ob das die richtige Taktik ist“, zweifelt sie. In der kommenden Woche seien keine Besuchermassen zu erwarten, in den Wochen vor Ostern dagegen mehr Kunden.

Holsterhausener Buchhandlung dürfen nur wenige betreten

„Wir müssen auch uns als Mitarbeiter schützen. Es ist sehr eng in unserem kleinen Laden“, unterstreicht Marion Pabst. Gemäß der Corona-Vorgaben dürften vier Kunden gleichzeitig das Geschäft an der Freiheitsstraße betreten. Mehr als drei lässt „schwarz und weiss“ aber aus Sicherheitsgründen nicht rein.

Trotz der großen Unterstützung der Kunden in der Lockdown-Zeit glaubt Marion Pabst: „Kunden möchten gucken, anfassen und sich inspirieren lassen.“ Vor allem die Nonbook-Angebote, zum Beispiel Deko- und Geschenkartikel, würden vor Ort viel mehr wahrgenommen. Viele Besucher würden das Bummeln vermissen. Ob viel mehr Umsatz generiert wird als zuvor, bleibe abzuwarten.

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Bastian Becker

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