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Dorstener Bergmann macht sich nach PCB-Studie der RAG nicht verrückt

dzBergbau

Jürgen Marzahn könnte als ehemaliger Bergmann höher mit dem krebserregenden Umweltgift PCB belastet sein. Sorgen macht ihm das aber nicht.

Dorsten

, 14.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Die RAG hat eine Studie vorgestellt, aus der hervorgeht, dass 96 der insgesamt 210 Probanden, während sie unter Tage waren, im Vergleich mit dem Durchschnitt der Bevölkerung stärker mit PCB belastet waren. Das Ergebnis ist unabhängig vom Standort des jeweiligen Bergwerks.

Betroffen sind hauptsächlich die Bergleute, die direkten Kontakt mit PCB-haltigen Hydraulikölen hatten. Diese wurden zwischen 1969 und 1986 eingesetzt. Das Umweltgift gilt als krebserregend. Das war jedoch zur damaligen Zeit noch nicht bekannt.

Laut RAG liegt keine akute Gesundheitsgefährdung vor

„Die Ergebnisse zeigen, dass keine akute Gesundheitsgefährdung für die untersuchten Bergleute vorliegt“, betont der RAG-Vorstandsvorsitzende Peter Schrimpf. „Sie zeigen aber, dass die Belastungen früher hoch waren und dass weitere Aufklärungsarbeit notwendig ist.“

Der Dorstener Jürgen Marzahn hat von 1970 bis 2003 als Bergmann gearbeitet - erst im Bergwerk Brassert, dann in Wulfen und anschließend in Dorsten im Bergwerk Lippe. Wie reagiert der ehemalige Bergmann auf die Erkenntnisse der Studie?

Dorstener Bergmann wurde jedes Jahr durchgecheckt

„Das hat man auch früher schon mitbekommen. Das ist nichts Neues“, sagt der 63-Jährige. In seiner aktiven Zeit als Bergmann sei er eh jedes Jahr untersucht worden. Vor allem, da er mit Akkumulatoren und somit mit Blei zu tun hatte. Auch heute noch lässt er sich auf freiwilliger Basis alle paar Jahre durchchecken. „Da wird auch auf Silikose, also auf Staublunge, untersucht“, erklärt Marzahn.

Der gelernte Starkstromelektriker findet es interessant, dass sich jetzt, wo der Bergbau Geschichte ist, so viele für das Thema interessieren. Das sei damals nicht so gewesen. Da habe es immer geheißen „die Doofen gehen zum Bergbau“.

Sorgen um seine Gesundheit macht sich der 63-Jährige nicht. „Ich bin gesund, ich bin gut drauf. Ich mache mich da überhaupt nicht verrückt“, sagt er.

Betroffene Bergleute werden regelmäßig untersucht

Die 96 durch die Studie nachweislich höher mit PCB belasteten Bergleute werden jetzt vom Arbeitsmedizinischen Dienst der RAG regelmäßig untersucht. „Aber auch andere Bergleute, die gesundheitliche Probleme haben, können sich bei uns untersuchen lassen. Das geht aber auch über jeden Hausarzt“, sagt RAG-Sprecher Christof Beike auf Anfrage der Dorstener Zeitung.

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