Geschafft! Hendrik Gottschalk erreicht nach über zehn Stunden das Ziel beim Ironman in Barcelona. © privat
Triathlon

Dorstener absolviert Ironman in Barcelona: „Der Fight meines Lebens“

Der Dorstener Hendrik Gottschalk hat sich der ultimativen Herausforderung für Triathleten gestellt. 200 Tage hartes Training zahlten sich beim Ironman in Barcelona aus.

Wenige Meter vor dem Ziel mussten die Emotionen raus. Genug Energie, die Freude über seine Leistung herauszuschreien, hatte Hendrik Gottschalk da auf jeden Fall noch: Kurz vor 20 Uhr überquerte der Dorstener am Sonntag (3.10.) die Ziellinie in Barcelona. Zuvor war er 10 Stunden, 42 Minuten und 39 Sekunden geschwommen, geradelt und gelaufen. Nun darf er sich Ironman nennen.

„Das war ein Moment für die Ewigkeit, der Fight meines Lebens hatte ein Ende“, erzählt der 32-Jährige. 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und ein Marathonlauf über 42 Kilometer – der Ironman ist die ultimative Herausforderung für Triathleten.

Hendrik Gottschalk ist eigentlich Fußballer und hatte mit Triathlon zuvor eher wenig am Hut. Der Ironman stand aber schon länger auf seiner Bucketlist. Mehr oder weniger im Affekt sprach er es auf der Hochzeit eines Freundes im Sommer 2020 laut aus: „Nächstes Jahr werde ich einen Ironman finishen!“ Seine Freunde lachten und wetteten nahezu geschlossen gegen ihn.

Bis zu 17 Stunden Training die Woche

Einen Ironman absolviert niemand einfach so. Gottschalk trainierte 200 Tage lang bis zu 17 Stunden die Woche, fuhr in dieser Zeit knapp 5000 Kilometer mit dem Fahrrad, lief fast 1000 Kilometer und schwamm 73 Kilometer. „Das war neben dem Job und Alltagsgeschäft schon eine Herausforderung“, sagt der Gründer des Startups getbaff.

Wegen hoher Wellen und starker Strömung durften die Teilnehmer in Barcelona nur einen statt 3,8 Kilometer schwimmen. Nach elf Minuten war Gottschalk schon wieder raus aus dem Wasser und schwang sich aufs Rad.

Das erste Drittel der 180 Kilometer langen Fahrt von Calella nach Barcelona war kein Problem. Bei Kilometer 70 und 110 musste Gottschalk sich dann übergeben. „Wahrscheinlich hatte ich einfach zu viel Salzwasser geschluckt, aber davon hab ich mich nicht abhalten lassen.“ Nach 5:33 Stunden mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 32,5 km/h erreichte er die Wechselzone.

„Körperlich und mental am Ende“

Beim Marathon kam der 32-Jährige dann an seine Grenzen, bekam Krämpfe und Magenprobleme. „Ich war körperlich und mental am Ende, hab während des Laufens geweint und wusste nicht mehr, wie ich es schaffen sollte.“ Die Zuschauer hätten ihn aber gepusht. „Und als ich meinen Kumpel bereits mit der Medaille am Rand sitzen saß, durchlebte ich ein neues Hoch.“ Das trug ihn bis ins Ziel.

Dort feierte er mit seinen Freunden Dennis Damnitz, Patrick Bockholt und Dustin Figge, die den Ironman ebenfalls absolvierten, seiner Frau und den Zuschauern. Mentale Stärke sei mit das Wichtigste, das habe ihm der Wettkampf gezeigt, sagt Hendrik Gottschalk: „Ich bin mir aber ziemlich sicher: Einmal und nie wieder!“

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
Zur Autorenseite
Robert Wojtasik

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.