Dorsten wird für hohe Corona-Zahlen im Kreis mit „bestraft“ werden

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Die Zahl der Corona-Neuinfizierten im Kreis ist über die kritische Schwelle von 35 gestiegen. Jetzt drohen überall neue Einschränkungen, dabei ist die Situation in Dorsten noch unkritisch.

Dorsten

, 08.10.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum ersten Mal hatte die Kreisverwaltung in Recklinghausen am Donnerstag einen Inzidenz-Wert der sogenannten „Warnstufe gelb“ veröffentlicht. Die wurde erst am 1. September eingeführt und gilt, wenn sich binnen sieben Tagen mehr als 35 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus infiziert haben.

In den vergangenen sieben Tagen hat es im gesamten Kreis Recklinghausen 245 Neuinfektionen gegeben, der Inzidenz-Wert stieg auf 39,8. Das hat das Kreisgesundheitsamt am Vormittag verkündet, aber im Tagesverlauf keine weiteren Maßnahmen mitgeteilt. Das würde zum einen die Bezirksregierung in Münster machen, zum anderen gibt es aber noch einen zweiten, niedrigeren Inzidenz-Wert.

Das Landeszentrum hat einen anderen Wert

„Ausschlaggebend für die Umsetzung von Maßnahmen ist der Inzidenz-Wert, den das Landeszentrum für Gesundheit NRW meldet“, sagte Kreissprecherin Svenja Küchmeister. Und dort lag er am Donnerstag erst bei 32,4. Am Freitag dürfte dann aber auch dort „Alarm“ ausgelöst werden.

Das Landeszentrum für Gesundheit (LZG) hat, so Küchmeister am Abend, in einer gemeinsamen Telefonkonferenz mit Vertretern der Bezirksregierung und des Kreises Recklinghausen darauf hingewiesen, dass rechtliche Konsequenzen erst bei einer offiziellen Inzidenz von 35 umgesetzt werden können.

Es trifft jede Kreisstadt

Verabredet ist, dass es zunächst noch ein Gespräch mit den Bürgermeistern und der Bürgermeisterin im Kreis Recklinghausen geben soll und danach die umzusetzenden Maßnahmen mit den übergeordneten Behörden abschließend vereinbart werden.

Bei den zu erwartenden Corona-Einschränkungen trifft es jede Kreisstadt gleichermaßen, unabhängig von der örtlichen Situation. So sieht es die aktuelle Corona-Schutzverordnung in NRW vor. Wahrscheinlich ist zum Beispiel, dass private Feiern mit mehr als 50 Personen verboten werden oder nur noch mit einem genehmigungsfähigen Hygienekonzept stattfinden könnten.

In Dorsten ist die Lage noch unkritisch

In Dorsten ist die „Corona-Lage“ mit einem Inzidenzwert von 20,1 am Donnerstag noch vergleichsweise entspannt gewesen. In Oer-Erkenschwick liegt der Wert sogar nur bei 12,7. Diese und einige andere Städte werden also für die Situation in Kommunen mit hoher Infektionsrate quasi mit bestraft. Landrat Cay Sübercrüb hatte vor Kurzem vergeblich bei der Landesregierung interveniert. Sübercrüb hatte eine Beurteilung jeder einzelnen Stadt angeregt.

Die „Warnstufe gelb“ hatte am Donnerstag Herten überschritten (42,1), im „roten Bereich“ mit 50 oder mehr Erkrankten pro 100.000 Einwohner befinden sich derzeit drei Städte: Gladbeck (87,2), Waltrop (61,3) und Recklinghausen (52,6). In diesen Städten können per Allgemeinverfügung zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie getroffen werden.

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