Dorsten wird bei der Bierbörse zur längsten Theke des Ruhrgebiets

Bierfestival

Vom kleinen Bierbrauer bis zu ausländischen Exoten - auf der 10. Dorstener Bierbörse gibt es vom 16. bis 18. August viel zu entdecken. Besucher haben die Qual der Wahl unter 600 Biersorten.

von Hendrik Buecker

Dorsten

, 08.08.2019, 19:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dorsten wird bei der Bierbörse zur längsten Theke des Ruhrgebiets

Volksbankvorstand Ingo Hinzmann, Carina Schmidt und Thomas Hein (beide von der Agentur Interevent) blicken dem Fassanstich entgegen. © Hendrik Bücker

Die Bierbörse bietet die passende Gelegenheit, seinen Horizont in puncto Bier zu erweitern - oder das Altbewährte zu genießen. Internationale Brauereien zeigten sich in den vergangenen Jahren besonders experimentierfreudig, aber auch in Deutschland ziehen insbesondere junge Brauer nach.

Biere von Top-Qualität
DAS DEUTSCHE REINHEITSGEBOT

EIN BLICK IN DIE GESCHICHTE

  • Die Deutschen stellen ihr Reinheitsgebot, das am 23. April 1516 auf einem Landtag in Ingolstadt erlassen wurde, nur allzu gerne auf ein Podest. Die Anordnung gilt als die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt. „Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516“ – ein echtes Qualitätsmerkmal, ein Mythos oder vielmehr eine ausgeklügelte Werbekampagne?
  • Denn der Begriff „Reinheitsgebot“ tauchte erstmals 1918 in einem Sitzungsprotokoll des bayerischen Landtags auf. Das Original, noch auf Pergament gedruckt, wurde sogar erst 1961 wiederentdeckt, nachdem eine amerikanische Brauerei die Suche danach in Auftrag gegeben hatte. Seit den 1950er-Jahren berief sich der bayerische Brauerbund auf das Reinheitsgebot, um den Import ausländischer Biere mit diesem Label unterbinden zu wollen.
  • Ausländische Biere sollten sozusagen als „unrein“ gebrandmarkt werden. Konsequenter- und kurioserweise hätten die Bayern dann aber auf ihr Weißbier verzichten müssen: Laut Reinheitsgebot ist das Brauen mit Weizen strikt untersagt!

Sie setzen auf unterschiedliche Mischverhältnisse oder auf die Verwendung natürlicher Aromen, die beispielsweise aus Gewürzen, Kräutern oder Obst gewonnen werden. Die Sorge, dass mit den Zutaten wie im Mittelalter gepanscht werde, ist unbegründet: „Im Ausland wird kein schlechteres Bier gebraut, nur weil es dort das deutsche Reinheitsgebot nicht gibt“, weiß Thomas Hein, Geschäftsführer der Agentur Interevent, „sie brauen Biere von Top-Qualität.“

Ob es dem eigenen Geschmack entspricht, müsse aber jeder für sich entscheiden. „Das ‚fleuther (Craft) Beer’ hat ein Freund von mir entwickelt. Mit zehn Litern hat er im eigenen Keller angefangen. Ganz lecker und süffig! Von den Exoten halte ich mich in der Regel fern, aber ich probiere alles aus“, so Hein.

Das „fleuther“ aus Geldern wird es auf der Bierbörse ebenso geben wie Biere aus Belgien, Polen oder Kroatien. Das „Haus der 131 Biere“ bietet in seinem Sortiment Braukunst aus aller Welt: „Tusker“ aus Kenia, „Quilmes“ aus Argentinien oder das „Red Horse“ von den Philippinen.

„Mit über 600 Meter Thekenlänge auf der Dorstener Bierbörse haben wir die längste Theke des Ruhrgebiets“, sagt Carina Schmidt von der Agentur Interevent. „Zusätzlich bieten wir in diesem Jahr neben Flammkuchen und Krustenbraten auch ungarische Langos und Baumstriezel an. Die Dorstener dürfen sich auch auf das vielfach nachgefragte Angebot freuen, Biergläser individuell gravieren zu lassen.“

Die 10. Dorstener Bierbörse findet vom Freitag bis Sonntag (16. bis 18. August) an der Wall- und Grabenanlage, auf dem Platz der Deutschen Einheit und in der Recklinghäuser Straße statt. Am Freitag ist die Eröffnung bereits um 15 Uhr. Den offiziellen Fassanstich (15.30 Uhr) übernimmt in diesem Jahr der Vorstand der Volksbank Dorsten. Öffnungszeiten: Freitag 15-24 Uhr, Samstag 11-24 Uhr, Sonntag 13-20 Uhr.
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