Mit der Fläche des ehemaligen Kohlehafens hatte sich Dorsten bei der IGA 2027 angemeldet. Jetzt die Stadt ihre Bewerbung zurück. © Guido Bludau
IGA 2027 Ruhrgebiet

Dorsten will Teilnahme bei größtem Gartenfestival Deutschlands absagen

„Wasserstadt“ am Kohlehafen und Pläne für den Blauen See: Dorsten hatte zwei Projekte für die „IGA 2027“ angemeldet. Jetzt will die Stadt zurückziehen. Die Politik hat das letzte Wort.

Wohnhäuser, die auf dem Blauen See schwimmen. Fitness-Angebote auf dem ehemaligen Freibad-Gelände. Dazwischen ein Bionik-Park, in dem es um das Lernen von der Natur für die Technik geht. Und dann noch Wohnungen und Freizeitnutzung samt Boots-Marina auf dem Gelände des alten Kohlehafens zwischen Lippe und Kanal.

Visionen werden nicht Realität

Schöne Visionen für Dorsten, die aber nicht Realität werden. Jedenfalls nicht bis zum IGA-Jahr 2027, wenn die vom RVR in der Metropole Ruhrt geplante „Internationale Gartenausstellung 2027“ an den Start geht.

Während in anderen Revier-Städten die Planungen für das Großereignis Fahrt aufnehmen, wird die Stadtverwaltung Dorsten ihre eingangs erwähnten und bereits vorsorglich beim RVR angemeldeten Projekte für den Teilbereich „Unsere Gärten“ zurückziehen.

„Wir werden das personell nicht hinkriegen“, erklärt Baudezernent Holge Lohse, warum die Stadt sich nicht an dem bundesweit größten und alle zehn Jahre stattfindenden Gartenfestival beteiligen will: Die IGA sei innerhalb der Verwaltung angesichts der laufenden und geplanten Infrastrukturentwicklungs-Maßnahmen nicht zu stemmen.

„Dorfentwicklung“ steht an

Holger Lohse nennt das Stadtumbau-Programm „Wir machen Mitte“, dessen Ausläufer die Verwaltung noch bis 2022 beschäftigen werden, die „Dorfentwicklung“ für Lembeck und Rhade, die mithilfe eines externen Planungsbüros für die nächsten Jahre angestoßen wird, „und vielleicht kriegen wir für den Wulfener Markt auch noch in die Förderfähigkeit“.

Zumal die IGA-Perspektiven für die „Wasserstadt“ am Segelflugplatz und die Blaue-See-Vision unsicher seien. Erstens, ob sie es überhaupt erfolgversprechend in die IGA-Endrunde schaffen („es gibt viel mehr Anmeldungen als dafür Fördergelder zur Verfügung stehen“). Und zweitens, ob die Stadt überhaupt Investoren findet.

Man wisse nicht, welche Priorität die RAG Montan-Immobilien dem Zechenhafen einräumt. Zudem die Erschließung schwierig und die Fläche nicht durch die Regionalplanung abgedeckt sei. „Wenn das im Jahr 2027 stehen soll, müsste man jetzt schon mit den Planungen angefangen haben.“ Beim Blauen See könne man auch unabhängig von der IGA zu späterer Zeit mit potentiellen Investoren sprechen.

Wie Lohse erklärte, muss die Politik nun letztendlich über den Rückzug entscheiden.

Weitere Planungen am Blauen See in Holsterhausen sind nicht von der IGA abhängig.
Weitere Planungen am Blauen See in Holsterhausen sind nicht von der IGA abhängig. © Hans Blossey © Hans Blossey

2,6 Millionen Besicher geplant

Die IGA hat ihre Hauptstandorte „Rheinpark“ in Duisburg, „Zukunftsinsel“ in Gelsenkirchen“ und „Emscher Nordwärts“ in Dortmund. 2,6 Mio. Besucher und 245 Millionen an Investionsmaßnahmen sind geplant.

Im Teilbereich „Mein Garten“ soll bürgerschaftliches Engagement und die Identifikation mit der Region gefördert werden. Vereine können dabei ihre Grün-Initiativen präsentieren – so könnte Dorsten mit dem Bürgerpark Maria Lindenhof doch noch IGA-Standort werden.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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