Witzige Idee in Dorsten gegen die Zigarettenkippen-Plage

dzUmweltschutz

Ein Begegnungszentrum in Dorsten sorgt dafür, dass die Besucher weniger Zigarettenkippen achtlos auf den Boden werfen - mit einer originellen Idee aus England.

Dorsten

, 31.01.2020, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Fußgängerzone ärgern sich viele Passanten darüber, dass Raucher ihre Zigarettenkippen nicht vernünftig entsorgen. Am Hervester Begegnungszentrum „Das Leo“ scheint eine funktionierende Alternative gefunden worden zu sein.

„Seitdem wir diese Box aufgehängt haben, ist es hier deutlich sauberer geworden“, erklärt Christian Joswig, Leiter der Einrichtung.

An der Eingangssäule des Begegnungszentrums „Das Leo“ hängt die originelle „Abstummelbox“. Die Idee funktioniert, seitdem die Box hängt landen keine Kippen mehr auf dem Boden.

An der Eingangssäule des Begegnungszentrums „Das Leo“ hängt die originelle „Abstummelbox“. Die Idee funktioniert, seitdem die Box hängt landen keine Kippen mehr auf dem Boden. © privat

Vor gut einer Woche hat er einen sogenannten „Ballot Bin“ an der Eingangssäule des soziokulturellen Zentrums auf dem ehemaligen Zechengelände installiert. Seitdem wird am Leo „abgestummelt“, heißt: mit Zigarretenstummeln abgestimmt.

Aschenbecher und Umfragebox in einem

Die sogenannten „Ballot Bins“ sind nämlich nicht nur Aschenbecher, sondern gleichzeitig Umfrageboxen. Raucher können, indem sie ihre Zigarettenstummel einwerfen, über eine Frage abstimmen.

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Derzeit können die Besucher kundtun, wie ihr aktuelles „Lebensgefühl in Dorsten“ aussieht: Matt? Oder glänzend? Kein Wunder angesichts des derzeitigen Wetters: Die „matte“ Kippen-Säule in dem Kasten ist deutlich höher.

„Wir wollen am Leo und später auch am Treffpunkt Altstadt mit den Boxen auf Umweltprobleme aufmerksam machen“, so Christian Joswig: „Und das mit einem spielerischen und nicht pädagogischen Zeigefinger.“

Die Fragen, die auf den Kästen stehen, sollen jede Woche wechseln. „Sie werden von unseren Besuchern vorgeschlagen und vom Leo-Team ausgewählt“, so Joswig.

Auch die Abstimmungsergebnisse werden anschließend im Begegnungszentrum bekannt gegeben. „Superman oder Batman?“, „Schalke oder BVB?“, „To be or not to be?“, „Klimawandel - Real oder Fake?“ - das könnten Fragen sein, die demnächst beantwortet werden könnten.

Nicht teurer als ein Aschenbecher für öffentlichen Raum

Die Idee und der Kasten kommen aus England - dort hat Christian Joswig die Box auch bestellt. Nicht teurer als ein normaler Aschenbecher für den öffentlichen Raum sei er gewesen.

Inzwischen haben auch einige deutsche Städte die leuchtend gelben Zigarettenmülleimer an Hauswänden angebracht, um Raucher davon abzuhalten, ihre Zigarettenstummel auf Wege, Spielplätze oder Grünflächen zu werfen.

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Am „Leo“ an der Fürst Lepold-Allee jedenfalls funktioniert es bestens. Christan Joswig: „Resultat nach einer Woche mit einem Kasten: Der Boden, der sonst täglich von Kippen gereinigt werden musste, ist bisher sauber geblieben.“

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