Fiona Benning (l.) und Ruth Lange arbeiten seit der Querdenker-Demo im November 2020 enger zusammen. Sie wenden sich im März mit vielen Mitstreitern gegen Rassismus. © Stefan Diebäcker
Dorsten gegen Rechts

Dorsten setzt im März vielfältige Zeichen gegen Rassismus

Mit einer Vielzahl von Aktionen beteiligt sich das Bündnis „Dorsten gegen Rechts“ im März an den Internationalen Wochen gegen Rassismus. Auch in Dorsten müssten Zeichen gesetzt werden.

Eigentlich müsste Ruth Lange den sogenannten „Querdenkern“ dankbar sein. Denn wenn die nicht Ende November 2020 in Dorsten demonstriert hätten, hätte die Sprecherin des Bündnisses „Wir in Dorsten gegen Rechts“ Fiona Benning vielleicht nicht kennengelernt.

Die Studentin (19) aus Dorsten hatte damals mit ihrer Schwester Alicia und Hannah Hortlik eine Mahnwache angemeldet. „In unseren Augen bewegt sich die Querdenker-Bewegung in einem gefährlichen Rahmen, was rechtes Gedankengut und Antisemitismus angeht“, sagten sie damals. Diese Sichtweise passt genau ins „Anforderungsprofil“ von Ruth Lange und ihren Mitstreitern, und so war eine engere Zusammenarbeit eigentlich nur logisch.

Mehr Informationen auf Social Media

Sichtbar wird diese Zusammenarbeit inzwischen nicht nur auf den Social-Media-Seiten des Bündnisses (Facebook, Instagram, Twitter), die von den drei Studentinnen betreut werden. „Anfang Februar entschieden wir in einer kleinen Gruppe, uns an den Internationalen Wochen gegen Rassismus zu beteiligen“, erklärt Ruth Lange. Es sei wichtig, Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen, auch wenn Rassismus in Dorsten vielleicht nicht immer offenkundig sei.

Ab Freitag (12. März) wird im Beton-Kubus am Recklinghäuser Tor ein großes Banner hängen mit dem Hinweis auf die Aktionswochen (15. bis 28. März). In den Folgetagen soll es im gesamt Stadtgebiet bunt werden.

„Markige Sprüche“ werden mit Kreide auf Wege und Brücken geschrieben werden, hofft das Bündnis, um „Solidarität grenzenlos“ zu propagieren. „Ausgenommen bleibt das neue Pflaster in der Fußgängerzone der Altstadt“, sagt Ruth Lange. „Und natürlich braucht man auf privaten Grundstücken die Genehmigung des Eigentümers.“

Plakate weisen in der Stadt auf die Aktionswochen hin. © privat © privat

Mithilfe der drei Studentinnen werden während der Aktionswochen Online-Lesungen über die Social-Media-Kanäle und auf der Homepage des Bündnisses (www.dorsten-gegen-rechts.de) veröffentlicht. Geplant ist außerdem eine Demonstration am 20. März (Samstag) in der Innenstadt, „da liegt uns die Genehmigung aber noch nicht vor“, betont Ruth Lange.

Zur Erinnerung: Nicht die Kundgebung, aber den Umzug der Querdenker durch die Altstadt hatte die Stadtverwaltung im November mit der Begründung untersagt, dass es an einem Markttag zu voll sei und Mindestabstände nicht eingehalten würden. Jetzt sind sogar Geschäfte wieder geöffnet, die Sympathisanten von „Dorsten gegen Rechts“ stehen indes nicht im Verdacht, sich bewusst nicht an die Corona-Regeln halten zu wollen.

Unproblematisch scheint hingegen die Abschlussveranstaltung am 28. März zu sein. Mit bunten Bändern, Schals und Kordeln soll vom Platz der Deutschen Einheit aus ein „Band der Solidarität“ geknüpft werden. Da wird es ausreichend Abstand geben – und ein Sonntag ist es außerdem.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker
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