Der Rewe-Markt an der Händelstraße wurde im Mai und August 2019 überfallen - wohl vom selben Täter. © Guido Bludau (A)

Doppelter Rewe-Räuber muss sich vor Gericht verantworten

Binnen drei Monaten hat ein bewaffneter Räuber zweimal einen Rewe-Markt in Dorsten überfallen. Der mutmaßliche Täter lebte in einer Nachbargemeinde. Jetzt muss er vor Gericht.

Er kam kurz vor Kassenschluss um 22 Uhr, zückte eine kleine, schwarze Schusswaffe und bedrohte den Kassierer. Auf diese Weise erbeutete er im Mai und August 2019 im Rewe-Markt an der Händelstraße etwa 4.000 Euro. Jetzt wird dem Räuber der Prozess gemacht.

Vor dem Landgericht Essen beginnt am 17. März der Prozess gegen einen 24-jährigen Mann aus Schermbeck. Er soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft die beiden Überfälle begangen haben. Die Anklage scheint sich ihrer Sache sicher – es sind lediglich zwei Prozesstage terminiert worden.

Den entscheidenden Tipp haben die Fahnder vermutlich nach einer Öffentlichkeitsfahndung vor etwa einem Jahr bekommen. Nachdem sie monatelang im Dunkeln tappten, wurden Bilder einer Überwachungskamera gezeigt. Darauf ist ein Mann zu erkennen gewesen, der eine dunkelblaue Jacke mit Kapuze und Fellkragen trug.

Kassierer sicher: Es war derselbe Mann

Die Polizei hatte schon damals die Vermutung, dass ein Täter für beide Überfälle verantwortlich ist. Der Kassierer, der bei beiden Taten bedroht wurde, war sich sicher, dass es sich um denselben Täter handelte. Die Beschreibung war zudem recht präzise, das Alter („20 bis 30 Jahre“) passte offenbar ebenfalls, wie sich im Nachhinein herausstellte.

Mit diesen Fotos aus der Überwachungskamera fahndete die Polizei im vergangenen Jahr nach dem Rewe-Räuber. © Polizei Recklinghausen © Polizei Recklinghausen

Die Festnahme des mutmaßlichen Täters ist nie öffentlich gemacht worden. Wie die Polizei auf die Spur des 24-jährigen Schermbeckers kam, wollte die Staatsanwaltschaft Essen vor Prozessbeginn nicht verraten. Die Pressestelle des Landgerichts reagierte auf mehrfache Anfrage nicht.

Reagiert hat indes die Rewe-Gruppe nach den beiden Dorstener Überfällen. Christian Kornhoff, Geschäftsführer des Marktes an der Händelstraße, bestätigte seinerzeit: „Immer, wenn es einen Überfall in einer Rewe-Filiale gegeben hat, werden alle Rewe-Stellen in ganz Deutschland informiert.“ Nach Angaben des Unternehmens werden Opfer von Straftaten stets intensiv betreut. „Die Maßnahmen berücksichtigen die jeweiligen individuellen Bedürfnisse.“

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker