Im Moment ruht die Schwimmausbildung der DLRG aufgrund des Lockdowns. © picture alliance/dpa
Schwimmkurse fallen aus

DLRG in Dorsten warnt vor Gefahren durch fehlende Schwimmausbildung

Durch den Lockdown können viele Kinder nicht wie gewohnt Schwimmen lernen, auch die Rettungsschwimmer-Ausbildung der DLRG fällt aus. Ein Dorstener Experte befürchtet gefährliche Folgen.

Die Teilnahme an einem Schwimmkurs lag schon vor Beginn der Corona-Pandemie nicht im Trend. „Die Schwimmausbildung ist auf dem absteigenden Ast, da kommt die Corona-Pandemie erschwerend hinzu“, ordnet Marcel Stockmann, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Dorsten, ein. Kurse und Training ruhen seit Monaten, auch die Zeit zwischen erstem und zweitem Lockdown konnte die DLRG nur bedingt nutzen.

„Nach den Sommerferien hatten wir die Chance, noch mal Training durchzuführen und zumindest einige Jungretter zwischen zehn und zwölf Jahren fertig auszubilden. Auch den Kurs für unsere Goldkinder konnten wir abschließen“, fasst Marcel Stockmann zusammen. Bei den größeren Kursen konnte aufgrund der Hygieneregeln jeweils nur die Hälfte der Teilnehmer gleichzeitig die Halle betreten, somit sind diese noch nicht beendet. Die neuen Kurse, die eigentlich im Herbst beginnen sollten, sind zudem noch gar nicht gestartet.

Alle müssen länger auf die Kurse warten

„Wir setzen uns das Ziel, alles nachzuholen“, betont Marcel Stockmann, weiß aber auch, dass diejenigen, die noch auf einen Platz warten, einige Geduld mitbringen müssen. „Das ist ein verlorenes Jahr“, wird der DLRG-Ortsgruppenvorsitzende deutlich.

Weniger Kinder, die schwimmen können, weniger ausgebildete Rettungsschwimmer: „Das ist eine große Gefahr für die Bevölkerung, besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche“, meint Marcel Stockmann. Er verweist auf den deutlichen Anstieg der Zahl der Badetoten in Deutschland im vergangenen Jahr. 2020 gab es 117 Tote durch Badeunfälle, 2019 nur 45. Deutlich die meisten Todesfälle gab es im August. „Die Schwierigkeit besteht oft darin, dass die Leute an unbewachte Badeorte gehen und nicht schnell genug Hilfe da ist“, berichtet Marcel Stockmann.

Marcel Stockmann ist Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe. © privat © privat

Sehr wichtig wäre es für ihn, wenn der Schwimmunterricht in den Schulen wieder beginnen könnte. „Das kann nicht nur die DLRG schaffen, da müssen alle zusammenarbeiten“, unterstreicht er mit Blick auf die gestoppte Ausbildung. Die Situation sei auch für die Kinder schwierig, die gerade einen Schwimmkurs abgeschlossen haben und jetzt aufgrund der Schließung der Bäder nicht weiter praktische Erfahrungen sammeln können.

Schwimmkurse mit Abstand sind problematisch

Auch bei einem Betrieb unter Corona-Bedingungen ist die Vermittlung der Techniken, gerade bei der Ausbildung von Rettungsschwimmern, kompliziert. „Zum Beispiel die Fragen bei den Befreiungstechniken: Wo muss ich eine Hand ansetzen, wo muss ich hebeln? Das nur zu erklären, ist schwierig“, weiß Marcel Stockmann. Er befürchtet schon, dass einige Mitglieder nach dem Lockdown nicht zurückkehren. „Bis jetzt sind unsere Mitglieder recht treu geblieben, aber wir haben schon einige verloren“, gibt er zu.

Umso wichtiger wäre eine Rückkehr zur Ausbildung, nicht nur für die DLRG, sondern für die ganze Gesellschaft.

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Bastian Becker

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