Der Kommunale Ordnungsdienst in Dorsten setzt auf Aufklärung, bevor er Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung einleitet. 60 Verfahren wurden seit Pandemie-Beginn eingeleitet. © Robert Wojtasik (Archiv)
Coronavirus

Disziplinierte Dorstener, aber die Maskenmuffel werden mehr

Dorsten steht beim Infektionsgeschehen vergleichsweise gut da. Der Bürgermeister lobt die Solidarität. Nur bei der Maskenpflicht scheint die Disziplin ein wenig nachzulassen.

Fast ein Jahr mit mehr oder weniger harten Maßnahmen geht nicht spurlos an den Menschen vorüber. „Selbstverständlich bleibt auch uns nicht verborgen, dass mit zunehmender Dauer der Aufrechterhaltung der Maßnahmen es Bürgerinnen und Bürgern, aber auch Unternehmerinnen und Unternehmern schwerer fällt, die Akzeptanz aufrecht zu erhalten“, sagt Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Die große Mehrheit scheint aber weiter gewillt, sich an die Corona-Regeln zu halten. Trotz dubioser Zettelchen mit Aufruf zur Öffnung im Schaufenster einiger Ladenlokale ist dem Ordnungsamt bislang keine unzulässige Öffnung von Geschäften oder anderen Einrichtungen bekannt.

60 Bußgeldverfahren seit März 2020

Seit März vergangenen Jahres hat das Dorstener Ordnungsamt 60 Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung eingeleitet. Das sind gut fünf pro Monat. „In der Mehrzahl handelte es sich um Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen, die mit einem Regelbußgeld von 250 Euro belegt sind“, heißt es dazu vom Ordnungsamt.

Eine Tendenz zu mehr oder weniger Akzeptanz der Regeln können Dorstens Ordnungshüter nicht ausmachen. Es sei allerdings auffällig, dass Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) „vermehrt Diskussionen zum Thema Maskenpflicht“ führen müssen.

Aufklärung vor Verfahren

Bußgeldverfahren leitet das Ordnungsamt bei Verstößen nicht automatisch ein. Vorher setze man auf Information und Aufklärung, so das Ordnungsamt: „In den allermeisten Fällen mit Erfolg.“ Stockhoff führt das vergleichsweise niedrige Infektionsgeschehen zum Teil auch auf die Informationskampagnen der Stadt zurück.

Bußgelder seien in Einzelfällen sicherlich notwendig, so Stockhoff: „Sie polarisieren aber auch und führen dazu, die Haltung von Corona-Leugnern, Verharmlosern und Maskengegnern zu verschärfen.“ Das wirke dann kontraproduktiv, da es nur solidarisch gelingen könne, die Pandemie einzudämmen.

Einer Umfrage unter 1856 Bürgermeistern zufolge berichteten 42 Prozent der Befragten Anfang des Jahres von zunehmenden Beleidigungen und Anfeindungen. Von Anfeindungen könne keine Rede sein, so Stockhoff weiter: „Im Gegenteil: Wir sind froh und dankbar, dass die Solidarität weiterhin die Oberhand behält.“

Vorfälle wie in Bottrop, wo im Januar ein Mitarbeiter des Ordnungsamts bei der Kontrolle der Corona-Regeln angegriffen wurde, hat es in Dorsten bislang nicht gegeben.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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