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Direkt nach Ostern wird der millionenschwere Innenumbau der Mercaden in Dorsten beginnen

dzMercaden

Die Baugenehmigung ist da, der Mercaden-Umbau kann losgehen. Auf einem Info-Abend informierte das Management-Unternehmen „Koprian IQ“ über seine Pläne. Hier die wichtigsten Aussagen.

Dorsten

, 15.02.2019 / Lesedauer: 4 min

Helmut Koprian war innerlich schon auf dem Weg nach Dorsten, als er von seinem Architekten die freudige Nachricht bekam: Die Stadtverwaltung hatte ihm die Genehmigung für den geplanten und mehrere Millionen Euro schweren Umbau der gerade mal vor drei Jahren eröffneten Mercaden bewilligt. Und so konnte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Hamburger „Koprian IQ“, die vor einem Jahr das Centermanagement übernommen hatte, am Donnerstag den gut 100 Besuchern des von der Dorstener Zeitung initiierten Info-Abends eine echte Neuigkeit verkünden.

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Info-Abend zu den Mercaden

Gemeinsam mit Andrea Hegenbarth, Leiterin des Koprian-Center-Mangements, stellte er den interessierten Bürgern die Pläne vor, wie die Mercaden auf Erfolgskurs kommen sollen, und stand Rede und Antwort - auch wenn er über aktuelle Vertragsverhandlungen mit potenziellen Mietern oder gar den Vollzug eines Vertrages noch keine Angaben machte.

Direkt nach Ostern wird der millionenschwere Innenumbau der Mercaden in Dorsten beginnen

Etwa 100 Dorstener waren zum Info-Abend in die Mercaden eingeladen worden. © Julian Schäpertöns

Das sagte das Koprian-Team über:

Die Entwicklungsziele

Helmut Koprian wollte keine Vollvermietung versprechen: „Ich kann nichts gegen die aktuelle Situation in der Bekleidungsbranche tun, nichts gegen die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung. Und vor allem nichts dagegen, dass die Menschen im Internet bestellen, das können nur die Kunden selbst ändern.“ Er könne nur dafür sorgen, dass die optischen, baulichen, werbemäßigen und atmophärischen Voraussetzungen besser werden. „Das geht nur über Qualität.“ Ein Ziel: Auch hochwertigere Anbieter aus dem Mode- und Lebensmittelbereich zu gewinnen.

Die baulichen Veränderungen

Wie bereits von unserer Zeitung vorgestellt, soll die Rolltreppe vom Eingangsbereich Richtung Mitte verlegt werden. Dadurch wird im ersten Obergeschoss neben Deichmann eine zusätzliche Fläche geschaffen. Es wird ein neuer Lichthof errichtet, der das Einkaufszentrum heller und freundlicher erscheinen lassen wird, dafür wird ein Teil des Bodens zwischen Erdgeschoss und 1. OG entfernt. Ein neues Licht- und Farbkonzept ist ebenso vorgesehen wie Lounge-Mobiliar, neue Geländer und ein zehn mal zehn Meter großer Brunnen mit Wasserspielen. „Der wird so schön, da werden die Kunden ihre Kinder nicht von wegbekommen“, hieß es.

Direkt nach Ostern wird der millionenschwere Innenumbau der Mercaden in Dorsten beginnen

So sollen die „neuen“ Mercaden mal aussehen - mit einem zehn mal zehn Meter großen Brunnen mit Wasserspielen. © Koprian IQ

Die Umbauzeiten

Die Bauarbeiten beginnen direkt nach Ostern und werden im laufenden Betrieb stattfinden. Einfache Arbeiten können tagsüber erledigt werden, für den neu geplanten Lichthof und die Versetzung sowie die Installation der Rolltreppen sind Nachtarbeiten vorgesehen. Wie lang die Umbauphase wird, darüber gab es keine Informationen, im Vorfeld war von 15 Monaten die Rede.

Die Gastronomie

Das Center-Management ist auf der Suche nach einer engagierten und inhabergeführten Gastronomie für das Erdgeschoss, die von 9.30 bis mindestens 20 Uhr geöffnet ist und den Zugang zur Kanalpromenade hat. „Wenn es gut läuft, könnten die Betreiber auch über eine Öffnung am Sonntag nachdenken.“ Draußen auf der Terrasse ließen sich bei kühlem Wetter Heizpilze aufstellen. Der offene Food-Bereich mit den Ausgabe-Theken im 1. OG soll verschwinden, auf der Fläche sind drei Gastro-Lokale mit Sitzmöglichkeiten wie im benachbarten „Manolia“-Imbiss geplant.

Keine Öffnung zum Wasser

Eine weitere Öffnung zum Wasser sei im Nachhinein nicht mehr möglich, dazu müsste der Komplex abgerissen und in zwei Blöcken neu gebaut werden. „Das finanziert ja keiner.“ Auch weitere Außen-Gastronomie sei nicht denkbar. „Der Kanal liegt nun mal im Norden, da kommt keine Sonne hin und ich habe keinen Zauberstab, ihn nach Südwest zu drehen.“

Die Toiletten-Situation

Das neue Center-Management habe sich laut Koprian gewundert, dass sich die Toiletten nicht im 1. Obergeschoss befinden, sondern im 2. OG nur per Aufzug zu erreichen sind. „Aber das lässt sich nun nicht mehr ändern. Im ersten Obergeschoss sei nun kein geeigneter Platz mehr. Allerdings soll die geplante Gastronomie im Untergeschoss eine Damen- und Herren-Toilette bekommen.

Die Optik der Leerstände

Das Aussehen von leer stehenden Landenlokalen soll verbessert werden. Keine Rolltore mehr, sondern „Kaschierung durch Verkleidungen“, beispielsweise durch Fotomotive. Denkbar seien auch temporäre Nutzungen wie Ausstellungen oder Probe-Vermietungen. „Aber das geht erst, wenn wir die jeweilige rechtliche Verfügungsgewalt über ein Objekt haben, das ist nicht immer so einfach.“

Die Vernetzung mit der Innenstadt

Die Fußgängerzone und die Mercaden seien voneinander abhängig. Laufe das Einkaufszentrum gut, komme das der Innenstadt zugute und andersrum. „Beides muss verbandelt werden“, so Koprian. „Wir brauchen eine Tagesfrequenz von 10.000 bis 12.000 Menschen, die haben wir derzeit nur samstags. Wochentags kommen derzeit nur 7000 bis 9000 Kunden.“

Direkt nach Ostern wird der millionenschwere Innenumbau der Mercaden in Dorsten beginnen

Helmut Koprian erläuterte die Pläne. © Julian Schäpertöns

Die Akquise neuer Mieter

„Wir müssen für alle unsere Objekte natürlich geeignete Mieter finden, dafür sind wir bundesweit auf der Jagd.“ Doch man stehe in Konkurrenz mit allen anderen Städten. Es sei nicht so, dass alle nach Dorsten wollen. „Zudem haben sich Sortimente verändert oder sind verschwunden und vielen Branchen geht es schlecht.“ Von den ersten Gesprächen bis zur Unterschrift dauert es durchschnittlich bis zu anderthalb Jahren, „das ist eine Elefantenaufgabe“.

Die Kommunikation mit den Mietern

Die Hauptsache sei, das erarbeitete Konzept konsequent umzusetzen. „Da nehmen wir zwar Hinweise entgegen, fragen aber niemanden“, so Koprian. Die Mieter wurden erst am Ende der „Repositionierungs“-Überlegungen schriftlich informiert. Kaufland beispielsweise habe hinnehmen müssen, dass Flaschenpfand-Stationen und Einkaufswagenbereich künftig durch einen Gang von den drei geplanten-Gastro-Lokalen getrennt und nicht mehr sofort einsehbar sind. „Das ist alles außerhalb des Supermarktes und gehört zu unserer Fläche, darüber können wir alleine bestimmen.“

Die Marketing-Strategie

Das Thema Vertrauensaufbau steht laut Andrea Hegenbarth ganz oben auf der Agenda. „Außerdem wollen wir stärker mit der DIA zusammenarbeiten.“ Außerdem sollen die Mercaden Treffpunkt werden, „wir wollen Dorstener Themen und Vereinen eine Plattform und Präsentationsmöglichkeiten bieten.“ Die Schachtage, die Hanse-Ausstellung, die Ehrenamtswoche und das Vorweihnachtsprogramm seien im vergangenen Jahr erste Beispiele gewesen, demnächst steht die Aktion „Dorstener Gesundheitstage“ vom 20. bis zum 23. Februar an.

Das Einzugsgebiet

Bei Marketing-Aktionen werde man explizit auch mit Dorsten als Stadt werben. Als Einzugsgebiet nehme man die Städte ins Visier, die 30 Minuten mit dem Auto von Dorsten entfernt liegen, zwischen Dinslaken und Dülmen, zwischen Coesfeld und Gladbeck. „Allerdings nicht die größeren nördlichen Ruhrgebietsstädte, die haben ja alle selbst ihr Einkaufszentren.“

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