Frühestens 2022 haben alle städtischen Schulen in Dorsten flächendeckendes WLAN. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Schulumfrage

Digitaler Unterricht: Weiter Weg zum flächendeckenden WLAN an Schulen

Beim digitalen Unterricht müssen Lehrer sich vieles selbst beibringen, zeigt unsere Umfrage. Nun haben sie immerhin Tablets bekommen. Bis alle Schulen in Dorsten WLAN haben, dauert es noch.

Wie digital sind unsere Schulen? Das war die übergeordnete Frage unserer großen Online-Umfrage im gesamten Verbreitungsgebiet des Verlags. Wir bekamen mehr als 2.200 Antworten.

Aus Dorsten beteiligten sich 232 Eltern schulpflichtiger Kinder, 41 Lehrer und 27 Schüler, die älter als 16 Jahre sind. Die Ergebnisse vermitteln ein Stimmungsbild und sind nicht repräsentativ. Im ersten Teil der Auswertung geht es vor allem um die digitale Infrastruktur an den Dorstener Schulen, aber auch um die Frage, wie fit sich Lehrer für den digitalen Unterricht fühlen.

Bei der Ausstattung mit digitalen Endgeräten hat sich zuletzt etwas getan in Dorsten: Die Stadt als Schulträgerin hat 1475 Tablets beschafft. Die Geräte für die rund 500 Lehrer an städtischen Schulen habe man bereits übergeben.

Sobald alle erforderlichen Nutzungsvereinbarungen unterschrieben vorliegen, gehen auch die anderen Geräte an die Schulen bzw. an die Schüler, deren Eltern Bedarf gemäß der Förderrichtlinie angemeldet hatten. Unsere Umfrage fand statt, als die Tablets noch nicht geliefert waren.

Lehrer bewerten Digitalunterricht besser als Schüler und Eltern

Digitale Endgeräte allein machen aber noch keinen digitalen Unterricht, sie müssen auch richtig eingesetzt und bedient werden können. Dorstens Lehrer bewerteten ihren digitalen Unterricht durchschnittlich mit 6 von 10 möglichen Punkten, Eltern und Schüler vergaben hier durchschnittlich jeweils 5 Punkte.

Wie gut fühlen sich die Lehrer für den digitalen Unterricht ausgebildet? Nur 6 Prozent wählten die Option „voll und ganz“. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) gab an, sich alles für den digitalen Unterricht selbst beigebracht zu haben.

Die Stadt als Schulträgerin sei nur für „äußere“ Angelegenheiten wie Gebäude, Möblierung und Technik zuständig, heißt es dazu vom Schulamt. Wir haben auch die Bezirksregierung Münster gefragt, inwieweit sie ihre Lehrer zum Beispiel durch Fortbildungen oder andere Angebote unterstützt. Eine Antwort haben wir nicht erhalten.

IT-Verantwortliche an Schulen gibt es zwar in Dorsten, aber diese Arbeit wird entweder nebenbei gemacht (55 Prozent) oder in Teilzeit (10 Prozent). Ein Drittel der Lehrer gab an, dass es gar keinen IT-Verantwortlichen gebe.

Um die Wartung der Geräte kümmern sich die meisten Lehrer selbst in ihrer Freizeit (75 Prozent). Ein Drittel gab an, dass die Schule dafür einen externen Dienstleister beauftragt hat.

Geräte mussten teils in der Schule gelassen werden

Die Mehrheit der Schüler (57 Prozent), die zum Zeitpunkt der Umfrage schon ein digitales Gerät von ihrer Schule erhalten hatten, durften dieses den Eltern zufolge nicht mit nach Hause nehmen. In geschlossenen Schulen nützen die Geräte natürlich wenig.

Es wird sich wohl um Schulgeräte oder Klassengeräte gehandelt haben, vermutet die Stadtverwaltung. Die jetzt gelieferten Tablets können die Schüler mit nach Hause nehmen. Anders ist es laut NRW-Schulministerium auch nicht mit den Förderrichtlinien vereinbar.

Weiter Weg zum flächendeckenden WLAN

Nur rund 2 Prozent der Eltern berichteten von pfeilschnellem WLAN und Breitbandausbau an der Schule ihrer Kinder, 23 Prozent von einem instabilen, schlechten Netz, 18 Prozent von einem mittelmäßigen Netz und ebenfalls 18 Prozent gaben an, dass es gar kein WLAN gebe. Viele konnten die WLAN-Qualität an der Schule aber auch nicht wirklich einschätzen (40 Prozent).

Flächendeckendes WLAN, also Empfang in jedem Klassenraum, gibt es nach Angaben der Stadt in folgenden öffentlichen Schulen: Gesamtschule Wulfen, Agathaschule, Albert-Schweitzer-Schule, Bonifatiusschule, Neue Schule und Urbanusschule. Am Gymnasium Petrinum sowie an der Don-Bosco-Schule und der Wilhelm-Lehmbruck-Schule sei WLAN vereinzelt in einigen Räumen verfügbar.

An diesen städtischen Schulen ist ein WLAN-Ausbau im laufenden Jahr vorgesehen: Augustaschule, Antoniusschule, Petrinum, Von-Kettler-Schule, Haldenwangschule, Wittenbrinkschule. In 2022 sollen dann noch Wilhelm-Lehmbruck-Schule, Pestalozzischule, Don-Bosco-Schule und Wilhelm-Lehmbruck-Schule (Teilstandort Deuten) folgen.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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