Der Wolf kommt den Menschen immer näher - das muss ein Ende haben, findet unser Autor. © privat
Meinung

Die Wolfsfamilie kommt immer näher – und wir schauen seelenruhig zu

Die Familie um Wölfin Gloria treibt sich immer öfter auch in der Nähe von Wohngebieten herum. Es ist noch nicht lange her, da hielten Experten so etwas nicht für möglich. Und nun?

Menschen bekommen einen Wolf eigentlich nicht zu sehen. Denn der Wolf ist menschenscheu. Und deshalb hält er auch immer reichlich Abstand zu Siedlungen. So weit die Theorie, die uns seit dem Tag verkauft wurde, als Wölfin GW954f den schönen Namen „Gloria“ bekam.

Die Realität sieht inzwischen ganz anders aus. Gloria und ihre Familie reißen nicht nur Schafe und Ponys oder zerfleischen totgeborene Kälber. Sie treiben sich auf der Suche nach Beute immer öfter in der Nähe von Wohnsiedlungen herum.

Wahrscheinlich, weil jemand Fleischköder ausgelegt hat. Oder es immer noch Tierhalter gibt, die Pferde, Ziegen und Schafe im Freien halten anstatt sie wegzusperren. Selber schuld, dafür kann der Wolf doch nichts?

Sollen wir also demnächst wolfsichere Zäune auch um unsere Wohngebiete ziehen?

Ich übertreibe natürlich, aber was muss eigentlich noch passieren, frage ich mich, damit endlich gehandelt wird? Warten wir, bis nicht mehr wir Menschen hinter dem Wolf herlaufen, damit er verschwindet, sondern es umgekehrt geht?

Eine Wolfsfamilie gehört nicht in diese Region. Davon bin ich inzwischen überzeugt. Also gehört sie von Experten (!) „verlegt“ oder „entnommen“. Ein gruseliges Wort, zugegeben. Trotzdem ist das wahrscheinlich die einzige Lösung.

Über den Autor
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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