Die Stadt dreht an der Gebührenschraube

Gastronomen und Kaufleute betroffen

Die Stadt will ab Januar die Gebühren für die Nutzung von öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen erhöhen. Das betrifft Gastronomen, Kaufleute und Organisatoren von größeren Veranstaltungen.

Dorsten

, 29.11.2016, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Stadt dreht an der Gebührenschraube

Thomas Hein soll für die Nutzung des Marktes einen kräftigen Aufschlag zahlen.

In einer Beschlussvorlage für den Haupt- und Finanzausschuss (7. Dezember) und den Stadtrat (14. Dezember) nennt Bürgermeister Tobias Stockhoff die Erhöhung „moderat“.

Im Vergleich zu anderen Städten sei die Gebühr nach wie vor „im mittleren Bereich“. Wer beispielsweise einen Werbereiter vor sein Geschäft stellt, zahlte je nach Standort bislang 21,60 bzw. 36 Euro im Jahr. Künftig sind 27,60 bzw. 45,60 Euro fällig. Deutlich teurer wird es für Gastronomen, die zwischen April und November Tische und Stühle ins Freie stellen. In bester Lage, zum Beispiel auf dem Marktplatz, kostete das bislang 1680 Euro für 100 Quadratmeter. Im nächsten Jahr sind es 2100 Euro.

Dreams on Ice

Seit knapp einer Woche läuft auf dem Marktplatz „Dreams on Ice“. Bislang zahlte Organisator Thomas Hein während der 38-tägigen Eiszeit für Imbissstände und Glühweinbude eine Gebühr. Eisfläche, Bühne und Umkleidekabine wurden in den letzten 15 Jahren nie berechnet. Im nächsten Jahr soll Hein auch dafür bezahlen – statt 668 Euro wären dann nach Berechnungen der Stadtverwaltung 4115 Euro fällig. Hein kündigte einen Brief an den Bürgermeister an. „Ich weiß nicht, wie ich das dann noch finanzieren soll.“

Auch für das Altstadtfest oder das Herbst- und Heimatfest soll der Vorsitzende der Altstadt-Kaufleute künftig einige Hundert Euro mehr auf den Tisch legen, bevor die Stände aufgebaut werden. Tobias Stockhoff verteidigt derweil die Gebührenerhöhung. „Die Stadt ist rechtlich verpflichtet, alle Finanzierungsquellen auszuschöpfen, die ihr gesetzlich erschlossen sind. Die Sondernutzungsgebühren stehen auch nach der Erhöhung in einem angemessenen Verhältnis zu dem Nutzen der Antragsteller, die ja auch ein wirtschaftliches Interesse verfolgen.“

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