Die Natur erobert das Lippe-Ufer

DORSTEN „In Auen sollst Du nicht bauen!“ Dieses geflügelte Wort hat sich der Lippeverband seit zehn Jahren zu Herzen genommen. Flussufer sollen sich in naturbelassene Auenlandschaften verwandeln.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 11.03.2008, 18:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Noch ist die neugeschaffene Insel am Holsterhausener Lippeufer kahl und leer.

Noch ist die neugeschaffene Insel am Holsterhausener Lippeufer kahl und leer.

Im Umwelt- und Planungsausschuss Landschaftsplanerin berichtete am Dienstag Sylvia Junghardt über Ziele, Fortschritte und Probleme des Programmes sowie die Veränderungen, die sich in Holsterhausen ergeben. Dort ist im Februar, wie überall, wo die Lippe „entfesselt“ wird, ausnahmsweise das Bauverbot aufgehoben.

Bagger haben westlich der Hammbach-Mündung eine früher landwirtschaftlich genutzte Fläche von 15,6 ha Größe so durch Gräben und kleine Inseln umgestaltet, dass die Natur das Gebiet zurückerobern kann.

Wie schnell das geschieht, verdeutlichte Sylvia Junghardt mit Beispielen anderer Flussabschnitte. Dort haben Untersuchungen belegt, mit welch enormen Tempo Pflanzen und Tiere von diesem Terrain Besitz ergreifen. Mit Ausnahme des Aals, der andere Bedingungen liebt, haben nahezu alle Fischarten kräftig zugelegt, Röhricht, Weiden und Wasserkresse in Windeseile grüne Öko-Systeme entstehen lassen und Libellen und Uferschwalben neue Lebensräume gefunden.

Hochwasserschutz

Aber es geht nicht allein darum, Biotope zu schaffen. Die Selbstreinigungskraft des Flusses wird durch die Maßnahmen erheblich gesteigert und die neuen Auslaufbereiche fördern dem Hochwasserschutz. Dabei kann es zu Zielkonflikten kommen, wie das Beispiel Dorsten zeigt. Die renaturierte Hammbach-Mündung ist nämlich inzwischen so beliebt bei Mensch und Tier, dass der Lippeverband eingreifen muss.

Der Eisvogel konnte seine Brutversuche nie abschließen, weil Sonnenanbeter den Bereich im Sommer als „Naturbad“ in Beschlag nahmen. Künftig sollen die Brutbereiche durch eingezäunte Rinder-Weiden geschützt werden

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