Klare Kante: Männlich, älter - die letzte Chance für Dorstens SPD

dzKommunalwahl 2020

Die SPD Dorsten setzt im Wahlkampf auf ihren Spitzenkandidaten Friedhelm Fragemann. Eine logische Entscheidung, aber auch die letzte Chance, das Ruder noch herumzureißen - ein Kommentar.

Dorsten

, 17.06.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit der SPD ist auch in Zukunft zu rechnen.“ So endete die Pressemitteilung der Sozialdemokraten, in der sie ihren neuen Spitzenkandidaten Friedhelm Fragemann verkündeten. Dieser Satz darf durchaus auch als unmittelbare Antwort auf meinen Kommentar verstanden werden, in dem ich vor wenigen Tage diese SPD als „nicht wählbar“ bezeichnet habe.

Das war keine Wahlempfehlung, wie manch einer geglaubt haben mag, sondern die persönliche Einschätzung eines Beobachters, der seit Jahren verfolgt, wie die SPD immer wieder mit interen Querelen Vertrauen verspielt. Nicht in einzelnen Stadtteilen wie Wulfen-Barkenberg oder Rhade vielleicht, wo sich Sozialdemokraten ohne Frage enorm engagieren, sondern auf Stadtebene. Dort, wo am Ende des Tages die wichtigen Entscheidungen fallen.

„Auf weiblich und jünger folgt männlich und älter, könnte man auch sagen. “
Stefan Diebäcker

Mit Friedhelm Fragemann schickt die SPD nun ihren erfahrensten Mann nach dem Rücktritt von Jennifer Schug in den Wahlkampf. Eine beinahe logische Entscheidung, sieht man mal davon ab, dass der Fraktionsvorsitzende andere Pläne hatte.

Auf weiblich und jünger folgt männlich und älter, könnte man auch sagen. Fragemann, der Beinahe-Politikrentner, ist quasi über Nacht zum neuen Hoffnungsträger geworden. Ein streitbarer Genosse, der in der Vergangenheit wie Schug nicht unumstritten war und zwei interne Putsch-Versuche überstanden hat. Mehr hat die SPD nicht mehr zu bieten, mögen Kritiker einwerfen. Aber eben auch nicht weniger.

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Friedhelm Fragemann ist es mit seiner Erfahrung durchaus zuzutrauen, auf der Zielgeraden die „Krafte zu bündeln“, wie er gerne mal sagt, die Anhänger der Sozialdemokratie zu mobilisieren, um die SPD am 13. September zu einem akzeptablen Wahlergebnis zu führen. Eine schwere Aufgabe, aber keine unmögliche. Wenn sich die SPD jetzt einig ist.

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