„Dorsten ist unser Zugpferd“ - Die Hintergründe zum Insolvenzverfahren bei Mensing

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Verzögerungen bei der Eröffnung eines Einkaufscenters haben Mensing ins Insolvenzverfahren getrieben. In schweren Zeiten half vor allem die Dorstener Filiale - weil das Geschäft hier brummt.

Dorsten

, 21.02.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hängepartie um ein neues Einkaufscenter in Velbert hat dazu geführt, dass die Mensing-Unternehmensgruppe ein Insolvenzverfahren beantragt hat. Das Verfahren wird in Eigenverwaltung durchgeführt. Diese Variante zielt auf eine Sanierung und nicht auf eine Abwicklung des Unternehmens ab. Im Unterschied zu einem klassischen Insolvenzverfahren bleibt die Geschäftsleitung im Amt, bekommt aber einen Sachverwalter von außen zur Seite gestellt.

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„Wir sind zu einhundert Prozent zahlungsfähig“, betonte am Freitag auch noch mal Sabine Büns, die Marketingmanagerin der Mensing-Unternehmensgruppe. „Es geht allen Standorten gut, die nicht Velbert heißen.“ Im Grunde gehe es in dem Insolvenzverfahren darum, die Situation in Velbert genau zu durchleuchten.

Eröffnungstermin von Einkaufcenter wurde mehrfach verschoben

Ein ursprünglich von der Stadt Velbert kommunizierter Eröffnungstermin (März 2018) für die neue „Stadtgalerie“ ist mehrfach verschoben worden. Hintergrund sind Mängel beim Brandschutz. „Wir mussten aber schon ein halbes Jahr vorher Ware ordern“, sagt Sabine Büns. „Irgendwann hieß es dann, dass erst im Mai eröffnet wird. Im Mai brauche ich aber andere Mode als im März.“

Das Modehaus Mensing ist eine Institution in der Dorstener Innenstadt. Das Foto entstand in den 70er-Jahren an der Lippestraße.

Das Modehaus Mensing hat eine lange Tradition in Dorsten. Das Foto zeigt die Filiale an der Lippestraße in den 70er-Jahren. © Archiv

Auch die für die Velberter Filiale bereits im Februar eingestellten Mitarbeiter mussten weiter bezahlt werden, obgleich sich die Eröffnung immer weiter nach hinten verschob. Diese Umstände haben zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung geführt.

„Dorsten ist unser wichtiger Standort“

Wie berichtet, hat das Verfahren nach aktuellem Stand keinerlei Auswirkungen auf den Betrieb in der Dorstener Filiale. „Dorsten ist unser Zugpferd, unser wichtigster Standort“, sagt Sabine Büns. Weil die Geschäfte hier so gut laufen, sei ein Großteil der für Velbert bestimmten Waren nach Dorsten gegangen. Auch einige der für Velbert vorgesehenen Mitarbeiter haben in Dorsten gearbeitet, bis die neue Filiale eröffnet war.

Die Stadtgalerie in Velbert ist bis heute nicht komplett fertiggestellt. Ein beachtlicher Teil der Verkaufsräume sei nicht vermietet, so Büns, das Parkhaus sei eine Baustelle. „Wir waren zur Eröffnung komplett fertig. Es scheitert nicht an uns, sondern dass wir dort bis heute in einer Mall sind, die nicht anziehend ist.“

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