Die Gesamtschule Wulfen baut einen Sanitätsdienst auf

dzErste Hilfe

20 Schüler der Wulfener Gesamtschule werden aktuell zu Ersthelfern ausgebildet. Im Ernstfall sollen sie bald verletzten Schülern beistehen können.

Wulfen

, 02.12.2018 / Lesedauer: 3 min

„Reicht es nicht, den Finger einfach in die Steckdose zu stecken?“, fragt ein Schüler des Erste-Hilfe-Kurses der Gesamtschule Wulfen halb im Scherz. Gemeinsam mit 19 Mitschülern besucht er seit den Sommerferien den neu etablierten Erste-Hilfe-Kurs der Schule.

Neulich stand der Ernstfall auf dem Stundenplan: Eine Person ist bewusstlos, atmet nicht, hat keinen Puls und muss reanimiert werden. Dass dafür natürlich nicht der Finger in die Steckdose gesteckt werden sollte, ist den meisten Schülern klar. Doch wie man eine richtige Herzdruckmassage macht, das wissen nur wenige.

Zwei Kurse im nächsten Jahr

Lehrerin Rahel Steinbeck leitet den Kurs. Er wird aktuell zwei Stunden pro Woche im Ergänzungsbereich für die Zehntklässler angeboten, die keine Förderung in Deutsch, Mathe oder Englisch brauchen oder eine dritte Fremdsprache lernen wollen. Im nächsten Schuljahr soll ein zweiter Kurs für die Neuntklässler ins Leben gerufen werden.

„Ich versuche, Theorie und Praxis abzuwechseln und arbeite sehr schulbezogen. So gucken wir zum Beispiel, welche Unfälle in der Schule passieren können und üben dann, wie man in dem speziellen Fall helfen kann“, erklärt Rahel Steinbeck.

An Puppen wird die Herzdruckmassage geübt

An diesem Tag hat sie sieben Übungspuppen mitgebracht. Nachdem in der Theorie geklärt wurde, wann reanimiert werden muss, geht es an die Praxis. Je zu dritt üben die Schüler an den Puppen die Herzdruckmassage. „Das ist echt schwer, so viel Kraft über längere Zeit aufzubringen“, sagt die 15-jährige Michelle Mentrop. Zwei ihrer Mitschüler versuchen, fünf Minuten lang zu reanimieren und stellen schnell fest, dass das ganz schön anstrengend ist.

„Deshalb ist es immer besser, wenn ihr mindestens zu zweit seid und euch abwechseln könnt“, so Steinbeck. Als sie erklärt, dass nur reanimiert werden kann, wenn der Oberkörper frei ist, klopfen einige Schüler dumme Sprüche. Steinbeck kontert: „Die Person stirbt ansonsten, da sollte es egal sein, dass sie obenrum nichts an hat.“

Ersthelfer sollen bald in der Schule eingesetzt werden

Für Luka Sowa (15) ist das nichts Neues. In seiner Freizeit hilft er bei der Jugendfeuerwehr Dorsten mit. „Ich frische hier aber mein Wissen auf und unterstütze meine Mitschüler“, sagt er. In den nächsten Monaten sollen die ausgebildeten Ersthelfer dann auch tatsächlich in der Schule eingesetzt werden. Armbinden sollen sie als Schulsanitäter ausweisen. „Sie sollen dann auch bei Sportfesten oder bei einer Blutspende-Aktion im kommenden Jahr zum Zug kommen“, erklärt Rahel Steinbeck. Damit verletzte Schüler künftig noch besser versorgt werden können, möchte sie in der nächsten Zeit auch den Schulsanitätsraum besser ausstatten.

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