Die ersten privaten Dorstener Gebäudepaten

Für das Ehrenmal

Noch nie hat es in Dorsten solch eine Initiative von Privatleuten gegeben: Katja und Hans Nothelle haben einen Patenschaftsvertrag für das Ehrenmal unterschrieben.

Dorsten

, 25.08.2017, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die ersten privaten Dorstener Gebäudepaten

Katja und Hans Nothelle (vorne) unterzeichneten mit der Stadt einen Patenschaftsvertrag über die Pflege des alten Stadtbefestigungsturms am Westwall-Ehrenmal.

Als Katja und Hans Nothelle im Frühjahr während der Besentage die Grünanlagen am Westgraben vom Unrat befreiten, waren sie schwer erschrocken. „So viel Müll, auch das Ehrenmal selbst sah echt schlimm aus“, erzählt das Ehepaar. Und so stand für die Hardter fest: „Wir übernehmen eine Patenschaft über das Denkmal!“

Vertrag unterschrieben

Gesagt, getan, und einige Monate später war es also soweit. Katja und Hans Nothelle durften am Freitag mit Bürgermeister Tobias Stockhoff vor dem Ehrenmal den Patenschaftsvertrag unterzeichnen. „Wir mussten zunächst einmal eine Mustervereinbarung erarbeiten“, erklärte Stockhoff: „Es muss ja gewährleistet sein, dass die Paten bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit versichert sind.“

Der Bürgermeister sieht es natürlich mit Freude, dass mit Hans Nothelle, der einen Malerbetrieb besitzt, ein Handwerker sich um den Turm kümmern wird. „Es ist wichtig, dass es ein Fachmann ist.“ Denn im Turm ist eine Menge zu tun. „Der ist teilweise total heruntergekommen“, hat Hans Nothelle erkannt. „Da müssen drinnen vor allem der Boden und die Decke dringend saniert werden.“

Wie viel Zeit die Nothelles für ihren Patenturm aufwenden werden, hängt nun auch von den Denkmalbehörden ab. „Wir wissen ja noch gar nicht, welchen Putz und welche Farbe wir verwenden dürfen“, sagt Hans Nothelle. Er hofft, als Sponsoren Zulieferfirmen mit ins Boot holen zu können, und die eine oder andere kleine Materialkosten-Unterstützung von der Stadt und aus Fördertöpfen des Stadtumbau-Programms „Wir machen Mitte“ könne er laut Stockhoff auch erwarten.

Großer Sanierungsstau

„In der Stadt herrscht ein großer Sanierungsstau“, erklärt Hans Nothelle das Engagement des Ehepaares. „Und außerdem ist das Ehrenmal ein wichtiger Ort der Stadtgeschichte“, so Ehefrau Katja. Das Gebäude sei immerhin der einzige Turm der alten Stadtbefestigung, der komplett erhalten geblieben sei.

Bereits vor Monaten haben die drei Dorstener Schützenvereine Altstadt, Feldmark und Hardt links und rechts des Ehrenmals zwei Eichen gepflanzt, als Ersatz für die kurz zuvor dort gefällten Kastanien. Und weil alle drei Schützenvereine während ihrer Schützenfeste das Ehrenmal zur Kranzniederlegung aufsuchen, waren ihre Abordnungen bei der Vertragsunterzeichnung dabei. „Auch unser Vater hat als Schütze immer vor dem Ehrenmal gestanden“, erinnerte sich Pate Hans Nothelle.

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