Die ehemalige Gaststätte „Zur Traube“ ist der Schandfleck in Tönsholt

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Die Fenster sind zersplittert, der Putz blättert ab, Bauschutt liegt herum - die ehemalige Gaststätte „Zur Traube“ in Tönsholt ist ein Schandfleck. Die Anwohner wollen, dass sich das ändert.

Dorsten

, 27.11.2018, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit vielen Jahren steht die Gaststätte in der zu Altendorf-Ulfkotte gehörenden Siedlung leer und verfällt weiter und weiter. „Wir wünschen uns alle, dass sie entweder abgerissen oder wieder genutzt wird“, fasst Claudia Temp die Wünsche der Anwohner zusammen. „Aber scheinbar wartet man darauf, dass sie einfach zusammenfällt.“

Gerne würden die Tönsholter aus der Ruine etwas machen. „Wir haben keinen Treffpunkt hier. Einen solchen zu schaffen, das wäre gut“, sagt Claudia Temp. Es gebe viele Handwerker in der Siedlung. „Manche meinen, dass die Bausubstanz noch gut sei. Andere sehen nur noch den Abriss als Möglichkeit.“ Vielleicht würden sie bei der Gestaltung auch mit anpacken. „Aber die Baumaterialien müssen natürlich finanziert werden.“

Bauzäune sperren die Ruine ab.

Bauzäune sperren die Ruine ab. © Jennifer Uhlenbruch

Vor einigen Monaten hatte die Anwohnerin schon bei der Verwalterin des Gebäudes, der Altro Mondo, angerufen, um sich mit ihr zu beraten. „Aber die dachten sofort, ich wolle die Gaststätte kaufen. Will ich natürlich nicht.“ Seither hat sie nichts mehr gehört.

Claudia Temp hat nun mit anderen Anwohnern überlegt, ob man den Bauzaun, den die Verwalterin vor einigen Monaten um das Gebäude gestellt hat, mit haltbaren Tüchern bespannt. „Die könnten die Kinder dann bemalen oder mit Graffiti verschönern. Dann würde es nicht mehr ganz so hässlich aussehen.“ Sie ärgert sich für die Anwohner, die „ihre Vorgärten immer schön machen und deren Wohnungen tipptopp sind“.

Das Haus steht am Eingang der Siedlung. Ein Bürgerhaus an dieser Stelle ist der Wunsch der Tönsholter.

Das Haus steht am Eingang der Siedlung. Ein Bürgerhaus an dieser Stelle ist der Wunsch der Tönsholter. © Jennifer Uhlenbruch

Bürgermeister Tobias Stockhoff äußerte bei der Stadtteilkonferenz in Altendorf-Ulfkotte Verständnis für den Ärger der Anwohner. „Unsere Möglichkeiten einzugreifen, sind sehr begrenzt“, sagte er jedoch auch. Denn das Recht des Eigentümers wiege in Deutschland schwer. Auch er sehe das Potenzial des Grundstücks. „Dort könnte man ein Bürgerhaus errichten.“

Die Verwalterin des Gebäudes will sich am Mittwoch zum Thema äußern, da die Anfrage zu kurzfristig gewesen sei.

Den Vorschlag mit den Tüchern für den Bauzaun und weitere Ideen, die es für die Siedlung gibt, sollen bei einem Workshop im Mai 2019 besprochen werden. Auch die Stadtspitze wird bei diesem Treffen dabei sein.
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