Der Dorstener Bahnhof befindet sich mitten in der Umbauphase. © Claudia Engel
Untersuchung des VRR

Die Dorstener Bahnhöfe können nicht alle Wünsche der Fahrgäste erfüllen

Wie ist es an den Dorstener Bahnhöfen um Sauberkeit, Barrierefreiheit und die Fahrgast-Information bestellt? Der VRR hat nach neuen Kriterien getestet. Bestnoten gab es für Dorsten nicht.

Wer mit der Bahn fährt, hat seinen Bahnhof am liebsten sauber, gut riechend, hell, möglicherweise behindertentauglich, auf jeden Fall ausgestattet mit einer funktionierenden Fahrgastinformation, Sitzgelegenheiten und Wetterschutz. Soweit der Idealfall.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat wieder einmal genau hingeschaut und überprüft, inwieweit die 294 Bahnhöfe und Haltestationen in seinem Gebiet diesem Ideal entsprechen. Das macht das Nahverkehrsunternehmen schon seit vielen Jahren, aber diesmal hat es ein neues Bewertungssystem zugrunde gelegt, das sich stärker als bisher am Bedarf der Nahverkehrskunden orientiert: Betrachtet wurden die Aufenthaltsqualität, die Fahrgastinformation und die Barrierefreiheit. Weniger ins Gewicht fällt neuerdings das Graffiti-Vorkommen.

Nicht mal 10 Prozent erreichen das Prädikat „ausgezeichnet“

In diesem System konnten Bahnhöfe und Haltestationen „ausgezeichnet“, „ordentlich“ „entwicklungsbedürftig“ und „nicht tolerierbar“ abschneiden. Wie der VRR jetzt bekanntgab, fielen die Bewertungen bei rund 60 Prozent aller Haltepunkte eher negativ aus: Die VRR-Profitester stuften sie als „entwicklungsbedürftig“ bzw. „nicht tolerierbar“ ein. Wobei das letzte, vernichtende Urteil nur auf 15 der getesteten Haltestationen zutraf. Nur 23 gelten als „ausgezeichnet“.

Die Dorstener Bahnhöfe sind in guter Gesellschaft: Der Hauptbahnhof bekam das Prädikat „ordentlich“, in Deuten sehen die Tester noch Entwicklungsbedarf. Immerhin gibt es für beide Umbaupläne, deren Verwirklichung in Dorsten bereits begonnen hat. Aber während die Barrierefreiheit am Hauptbahnhof „ordentlich“ sei, halten die Tester die Behindertentauglichkeit des Bahnhofs Deuten für „nicht tolerierbar“.

Bis zur Renovierung des Bahnhofs in Deuten wird es noch einige Jahre dauern. © Bludau © Bludau

Fehlende Barrierefreiheit führt zu Abwertung

Ein „ordentliches“ Gesamturteil heimste auch der Bahnhof Rhade ein, der ein „ausgezeichnet“ für Barrierefreiheit und Fahrgast-Info bekam und den Prüfern eine ordentliche Aufenthaltsqualität bot. Entwicklungsbedarf konstatieren die Tester für die Stationen Hervest, Wulfen und Lembeck, bei denen vor allem „nicht tolerierbare“ Hindernisse für behinderte Fahrgäste zur Abwertung führten. Während sich Lembeck und Wulfen in Sachen Sauberkeit „ordentlich“ präsentierten, erkannten die Tester in Hervest noch Entwicklungspotenzial. Keinen Nachholbedarf haben die beiden Stationen demnach bei der Fahrgast-Information. Als „ordentlich“ gilt in beiden Fällen die Aufenthaltsqualität.

Die Tester haben übrigens nicht mehr unterschieden zwischen Zugangsbereichen und Bahnsteigen, weil sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass die Nutzung des Schienengebundenen Personennahverkehrs für jeden Fahrgast bereits an der jeweiligen Ausgangsstation beginnt, genau hier entstehe der erste Eindruck. So heißt es beim VRR: „Verschmutzte Bahnhöfe und Haltepunkte, defekte Fahrgastinformationssysteme oder fehlende barrierefreie Zuwegungen beispielsweise vermitteln einen negativen Eindruck, der sich auch unmittelbar auf den SPNV als Ganzes überträgt.“

Intensive Reinigung und Instandhaltung ist das A und O

Außerdem spielt es bei der Bewertung der Stationen jetzt keine Rolle mehr, in welchen Zuständigkeitsbereich auftretende Mängel fallen. Die Stationen werden ganzheitlich bewertet, denn nicht funktionierende Ausstattungsgegenstände, herumliegender Müll, verschmutzte Böden, Wände und Scheiben, Geruchsbelästigung, Feuchtigkeit, bauliche Schäden und ungepflegtes Grün verleiden die Lust aufs Bahnfahren, unabhängig von Zuständigkeiten, die den Nutzern überwiegend wurscht ist. Hauptansatzpunkt für eine verbesserte Aufenthaltsqualität ist es nach Ansicht des VRR daher, die Stationen intensiv zu reinigen und instand zu halten.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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