Das Mensing-Haus in der Lippestraße wird nach dem Corona-Lockdown unter neuem Namen wieder eröffnen. © Stefan Diebäcker
Interview

Der „Sinn“-Chef erklärt seine Pläne mit dem Mensing-Haus in Dorsten

Noch steht „Mensing“ über dem Modehaus an der Lippestraße in Dorsten. Doch das wird sich bald ändern. Nach der Übernahme erklärt der Chef der Modekette Sinn seine Pläne.

Friedrich-Wilhelm Göbel wird am Dienstag (5. Januar) in Dorsten erwartet. Der Chef der Modekette Sinn stellt sich in einer Betriebsversammlung seinen neuen Mitarbeitern vor. Nach der Übernahme von Mensing geht es in den nächsten Wochen darum, die Weichen zu stellen für eine erfolgreiche Zukunft.

Herr Göbel, mitten im Corona-Lockdown übernimmt Ihr Unternehmen sieben Mensing-Häuser. Es gibt bestimmt bessere Zeitpunkte …

.

Natürlich ist es nicht schön, dass die Geschäfte derzeit geschlossen sind, aber es gibt in den nächsten Wochen dennoch einiges zu tun. Es ist Ware liegengeblieben, die für Frühjahr und Sommer hätte außerdem längst bestellt werden müssen. Die Systeme beider Häuser müssen aufeinander abgestimmt werden. Das können wir nun in Ruhe machen, weil es den täglichen Warenfluss ja nicht gibt

Sinn hat im letzten Jahr eine Insolvenz in Eigenverwaltung hinter sich gebracht und expandiert nun. Wie geht das?

.

Der Gesetzgeber erlaubt ja ausdrücklich das sogenannte Schutzschirmverfahren. Vor dem ersten Lockdown waren wir profitabel, es handelte sich also um einen externen Schock, der uns in die Insolvenz gezwungen hat. Das Verfahren ist abgeschlossen, wir können unser grundsätzlich gesundes Unternehmen nun in die Zukunft führen

Friedrich-Wilhelm Göbel hält große Stücke auf das Dorstener Bekleidungshaus. © Sinn © Sinn

Das Dorstener Mensing-Haus galt stets als Flaggschiff des Unternehmens. Teilen Sie die Ansicht, nachdem Sie alle Zahlen kennen?

Das Modehaus in Dorstens ist das umsatzstärkste und außerdem sehr schön. Es ist nicht vom Ladenbau verbastelt worden. Die Filiale ist hochwertig, wir werden nur Kleinigkeiten verändern, zum Beispiel Stellwände vor Fenstern entfernen, um mehr Tageslicht hineinzulassen. Ein Untergeschoss kennen wir eigentlich nicht, ist aber in Dorsten etabliert.

Die Filiale in Dorsten ist kein Firmeneigentum, das Haus gehört der Firma IPE. Ist der neue Mietvertrag schon unterschrieben?

Nicht unterschrieben, aber im Prinzip ausgehandelt. Die Unterschrift folgt in den nächsten Tagen. Wir mieten zunächst für zehn Jahre.

Am Dienstag kommen Sie nach Dorsten und sprechen mit den Mitarbeitern. Was werden Sie ihnen sagen?

Dass Sie alle zu den bisherigen Konditionen weiterarbeiten können. Jeder einzelne bekommt ein entsprechendes Angebot. Das ist so vorgeschrieben. Ich gehe davon aus, dass die meisten es annehmen. Generell geht es mir darum, die neuen Mitarbeiter abzuholen und mitzunehmen, aber auch ihre Meinungen zu hören. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass einige Sinn-Kollegen künftig in ehemaligen Mensing-Häusern arbeiten möchten und umgekehrt.

In Recklinghausen an der Breite Straße betreibt die Modekette Sinn eine Filiale. Das Firmenlogo („Das macht Sinn“) ist demnächst auch an der bisherigen Mensing-Filiale in Dorsten zu sehen. © Sinn © Sinn

Was macht Sie so sicher, dass das klappt?

Bei Mensing und bei Sinn ist immer viel Wert gelegt worden auf die persönliche Beratungskompetenz. Die Mitarbeiter sind sehr gut ausgebildet. Wir beschäftigen bei Sinn einige Kolleginnen und Kollegen, die bei Mensing gelernt haben.

Wann wird dann auch für den Kunden sichtbar, dass aus Mensing Sinn geworden ist?

Der Lockdown wird ja wohl bis Februar dauern. Die Eröffnungsparty mit offiziellem Namenswechsel ist deshalb erst am 18. März geplant.

Über den Autor
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
Zur Autorenseite
Stefan Diebäcker

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.